Besuch im Rathaus

Das sagt die Deutsche Bahn zu Halterns Bahnhofsumbau

HALTERN - Was in Haltern nach Stillstand aussieht, ist in Wirklichkeit keiner. Das sagte Bahnhofsmanager Michael Jansen am Donnerstagabend im Rathaus. Zwar habe es durch kontaminierten Bauschutt des ehemaligen Früchtemarktes Zeitverzögerungen gegeben, aber Jansen geht fest davon aus, dass der Bahnhof trotzdem 2020 fertig sein wird.

Um wieder Dampf auf den Kessel zu bringen, finden die Arbeiten zur Anlegung des Park-and-Ride-Parkplatzes am Ikenkamp und der Tunneldurchstich von dort zu den Bahngleisen fast zeitgleich statt. Derzeit laufen die Ausschreibungen der Arbeiten, im Juli 2018 wird laut Jansen die Baustelle eingerichtet.

Der Manager kam mit Projektleiter Heinz-Josef Radermacher in den Ausschuss Stadtentwicklung / Umwelt, um einen Sachstand zu geben. Die Grünen hatten diesen direkten Austausch beantragt, weil sie den Versprechen der Bahn misstraute. Jansen erinnerte an große Worte des damaligen NRW-Verkehrsministers Michael Groschek beim Spatenstich im September 2016: Auf der Baustelle würden die Arbeiten nicht mehr stillstehen. Zu sehen war wenig bis nichts und Jansen bestätigte folglich auch, der Umbau benötige tatsächlich einen langen Vorlauf.

Er nannte die Zauneidechsen-Umsiedlung, die Verlegung von Hochspannungsleitungen, Rodungen, Fledermaus-Kontrollen, Rückbau von Gleisen und den Abriss des ehemaligen Früchtemarktes. "Nach dem Abriss gab es tatsächlich eine mehrwöchige Phase, in der nichts passiert ist. Denn der Bauschutt ist mit Teer durchsetzt", erklärte Jansen. Der Schutt müsse nun noch entsorgt werden, weitere Rodungen seien notwendig.

Für Februar kündigte Projektleiter Heinz-Josef Radermacher eine Kampfmittelsondierung an. Da im Zweiten Weltkrieg etliche Bomben auf das Bahngelände niedergegangen waren, auf Luftbildern aber direkt nichts zu sehen ist, werden im Abstand von 1,50 Metern acht Meter tiefe Bohrungen durchgeführt. "Im Juli startet der Parkplatz-Bau. Während diese Arbeiten laufen, fangen wir parallel mit dem aufwendigen und komplizierten Tunneldurchstich an", erklärte Radermacher.

Der Bahnbetrieb in Haltern werde trotz der großen Baumaßnahme auf jeden Fall sichergestellt. Dafür werden vier provisorische Hilfsbrücken gebaut. Ende Oktober 2019 sei alles fertig, gab sich der Projektleiter optimistisch. Im Rahmen der "Modernisierungsoffensive III" werden im Anschluss die Gleise 2 und 3 des Halterner Bahnhofs saniert und barrierefrei gestaltet. 2020 will die Bahn Vollzug melden.

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