600 Besucher staunen in Flaesheim über altes Handwerk

Holzkohlenmeiler in der Haard entzündet

Flaesheim - Das Anzünden des Kohlenmeilers in der Haard am Maifeiertag ist eine Tradition. Der Begriff "verkohlen" hat dabei noch seine ganz ursprüngliche Bedeutung.

"Gut Brand", rief Köhler Hubertus Birkelbach laut und goss nach dem Anzünden einen Schnaps in die Feueröffnung des Kohlenmeilers. "Das ist für die höheren Mächte. So ist es schon immer Brauch im Köhlerhandwerk".

Rund 600 Gäste begleiteten bei strahlendem Sonnenschein am Maifeiertag die traditionelle Feuerzeremonie auf dem Meilerplatz in Flaesheim. Gegen Mittag erklommen Nina Frense, RVR-Beigeordnete für den Bereich Umwelt, Landrat Cay Süberkrüb vom Kreis Recklinghausen, Bürgermeister Bodo Klimpel, Josef Hovenjürgen, CDU-Generalsekretär und Vorsitzender der RVR-Verbandsversammlung, sowie Köhler Hubertus Birkelbach den Meiler, um mit einer Schaufel glühende Holzkohle in den Feuerschacht einzufüllen.

Für Familien

Josef Hovenjürgen: "Es ist immer wieder spannend, dieses Feuer zu entzünden". Für Landrat Süberkrüb steht fest: "Der Kohlenmeiler ist für den Kreis und die Haard ein echtes Highlight". Nina Frense, die etwas vorsichtig die steile Leiter bewältigte, sagte: "Das ist eine tolle Veranstaltung, vor allem für die Familien, denn viele Kinder kennen ja Holzkohle nur noch vom Grill."

Auch für Bürgermeister Bodo Klimpel ist es immer wieder ein tolles Erlebnis dabei zu sein: "Beim Blick in den Feuerschacht bekommt man aber schon ein mulmiges Gefühl".

Köhler Hubertus Birkelbach ist froh, dass es jetzt endlich losgeht. Er hatte zusammen mit den Helfern vom RVR die vergangenen drei Tage rund 70 Raummeter Holz aufgeschichtet, das die nächsten drei Wochen lang unter Ausschluss von Sauerstoff langsam verkohlen soll.

Anziehung

Rund um den Meiler gab es ein buntes Rahmenprogramm, bei dem sich vor allem viele Kinder in der Seilerei eigene Springseile drehen konnten. Möglich machte dies der Heimatverein Wulfen 1922 e.V., der mit einer mobilen Seilerei auch dieses alte Handwerk präsentierte.

Ein weiterer Anziehungspunkt war der Brotbackofen von Eveline Brinkert, die gar nicht schnell genug nachkam, um die vielen Besucher mit in der Holzschale gebackenem, frischem Brot zu versorgen. RVR-Försterin Manuela Ortenstein, die am Morgen noch etwas sorgenvoll zum Himmel geschaut hatte, kümmerte sich vor Ort zusammen mit fünf Rangern um den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Sie freute sich über die vielen Besucher: "Bei dem schönen Wetter hat das Anzünden gut funktioniert".

Unter den Besuchern war auch Angelika Bronner aus Oer-Erkenschwick. Sie kommt mit ihrem Mann schon seit Jahren zum Meiler und freut sich schon auf gute Holzkohle: "Für uns ist es immer wieder schön, hierher zu kommen".

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