Bilder einer Ruine

Die Stadtverwaltung Haltern genehmigt den Abriss der Hotelruine "Seestern"

Am Stausee geht ein Stern unter: Die Stadt hat den Abriss der Hotelruine genehmigt, der "Seestern" ist damit endgültig Geschichte. Neues kann entstehen.

Ein jahrelanger Streit um den Abriss des "Seesterns" ist definitiv beendet. "Endlich können wir sagen, dass wir nach Vorlage aller erforderlichen Unterlagen die Abrissgenehmigung für den Seestern erteilt haben", ließ Stadtsprecher Georg Bockey am Freitagmorgen (3. Mai) aus dem Rathaus verlauten. Nach Informationen der Verwaltung beginnen am 6. Mai die Abbrucharbeiten. Angekündigt waren sie für das erste Quartal des Jahres 2019. Doch es hatten sich Fledermäuse in dem alten Hotel einquartiert. Fledermäuse gehören zu den Tieren, die Winterschlaf halten. Mitte März bis Anfang April erwachen sie langsam aus ihrer Lethargie.

Eine Firma hat bereits damit begonnen, die Hotelruine an der Hullerner Straße zu entrümpeln. Berge von Müllsäcken, marodes Holz und letzte Einrichtungsgegenstände des früheren Restaurants und Hotels türmen sich auf der Freifläche vor der Ruine. Das oberste Geschoss, das bei einem Brand 2012 erheblich beschädigt wurde, ist zum größten Teil abgeräumt. Dass das Hotel einst eine renommierte Herberge und Ziel internationaler Touristen war, ist heute kaum mehr vorstellbar.

Peter Hatebur und weitere Bewohner des angrenzenden Appartementhauses direkt neben dem Seestern versuchten seit 2006 vergeblich, den Abriss durch zahlreiche Aktivitäten zu erreichen. Mehr als zehnmal sei der Abriss angekündigt worden, teilweise mit konkreten Terminen. "Auch die Genehmigungen lagen vor. Die anonymen Entscheider in der Eigentümergesellschaft behalten die Ruine als Faustpfand gegenüber der Stadt und nehmen somit die Anwohner als Geiseln", empörte sich Hatebur einst in einem Leserbrief an die Halterner Zeitung. 36 direkte Nachbarn litten unter dem Schandfleck, der Schadstoff-, Geruchs- und Schädlingsbelastung. Die Angst vor der nächsten Brandstiftung (bisher jeweils im Juni 2010, 2011 und 2012) bleibe, weil immer wieder unbefugte Personen in der Ruine gesehen würden, hieß es wiederholt. Peter Hatebur hatte im Namen der Bewohner bei der Landesregierung in Düsseldorf Petitionen eingereicht und auch das neue Heimatministerium kontaktiert.

Letztlich ging es bei dem Hin und Her um die Nachnutzung des Geländes. Die Stadt und die Eigentümergesellschaft haben sich schließlich im vergangenen Jahr nach langem Ringen geeinigt: Anstelle des Seesterns bauen die Eigentümer Ferienappartements (das, was sie immer wollten), direkt daneben errichtet das Franz Sales Haus aus Essen ein Inklusions-Hotel. 25 Menschen mit Behinderungen sollen in dem 80-Zimmer-Hotel Arbeitsplätze finden, das sind 40 Prozent der Mitarbeiter. Derzeit konzentriert sich das Franz Sales Haus auf die Auswahl des Architekten.

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