Caritas und St. Laurentius

Halterner Brückenprojekt bringt Kinder aller Nationen im Spiel zusammen

Im Familienzentrum St. Laurentius kommen Flüchtlingskinder, die noch keinen Kita-Platz haben, mit deutschen Kindern zum gemeinsamen Spielen zusammen. Das Projekt soll jetzt Schule machen.

Die Sonne scheint. Auf dem Außen-Spielgelände des Familienzentrums St. Laurentius spielen und toben gut 20 Kinder. Sandburgen werden gebaut, Kletterburgen erobert. Was hier zählt, ist das Miteinander, das gemeinsame Spiel. Sprache ist eher zweitrangig. Und das ist gut so. Denn fünf Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren kommen nicht aus Deutschland. Sie stammen aus Familien mit Migrationshintergrund und kennen Worte bislang nur in ihrer Muttersprache. Und genau hier setzt das Angebot des Laurentius-Kindergartens an, das seit Januar und noch bis zum Ende dieses Jahres läuft. Solange sind die Fördergelder zunächst einmal bewilligt. In Kooperation mit dem Caritasverband Datteln und Haltern am See sollen Flüchtlingskinder, die noch keinen Kita-Platz haben, im Rahmen eines sogenannten Brückenprojekts gefördert werden.

Freies Spiel zweimal die Woche

Die Kinder treffen sich montags und mittwochs jeweils von 14 bis 16 Uhr zum gemeinsamen und freien Spielen im Familienzentrum. Dabei werden sie von einer Fachkraft begleitet. Familienzentrum-Leiterin Daniela Grothusmann berichtet: "Die Kinder gehen völlig unvoreingenommen miteinander um." Zugleich lernten die Flüchtlingskinder im Spiel die deutsche Sprache.

Mütterschule gleich nebenan

Unterdessen sind ihre Mütter nur wenige Meter weiter im Pfarrheim in der "Mütterschule". Unter der Leitung einer ehrenamtlichen Kraft werden Alltagsprobleme gelöst und Alltagssprache erlernt. Daniela Grothusmann und auch Wiltrud Steinert vom Fachdienst Integration der Caritas legen großen Wert darauf, dass es sich beim Angebot für die Mütter aber nicht vordringlich um einen Sprachkurs handelt.

Für Mütter wie Kinder ist dieses Brückenprojekt, das vom Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) gefördert wird, eine erste Gelegenheit, Erfahrungen mit der deutschen Sprache zu sammeln, soziale Kontakte außerhalb der Familie zu haben und Freunde zu finden. Für die Eltern ist es ein erstes Heranführen an die Strukturen des deutschen Erziehungs- und Bildungssystems.

Neue Spielimpulse

Die Caritas-Integrationsbeauftragte Wiltrud Steinert sucht in der Stadt bereits nach weiteren Kindergärten, die bei diesem Projekt mitmachen. Eine solche Gruppe mache auch nicht viel zusätzliche Arbeit, betont sie. Denn sie finde während der ganz normalen Kindergartenzeit statt. Das hierfür notwendige Personal werde dabei dank der finanziellen Unterstützung des Landschaftsverbands von der Caritas zur Verfügung gestellt. Daniela Grothusmann weiß das Brückenprojekt längst zu schätzen: "Die Flüchtlingskinder sind eine echte Bereicherung", sagt sie. Denn unter anderem setzten sie häufig auch neue Spielimpulse.

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