Deutsche Glasfaser nennt Gründe

Verzögerung bei Turbo-Internet in Haltern

HALTERN - Im Frühjahr 2019 will die Deutsche Glasfaser alle Anschlüsse in Haltern und den Vororten aktiviert haben. Der Zeitplan stößt auch auf Kritik. Das Unternehmen nennt Gründe für Verzögerungen.

Rund 600 Kilometer Glasfaser werden im gesamten Gebiet Halterns von der Deutschen Glasfaser verlegt. Ende 2018 sollen alle Anschlüsse für das schnelle Internet aktiviert sein - bis auf die Nachzügler, die dann noch im Nachgang abgearbeitet werden. "Endgültig beendet werden sollen sämtliche Arbeiten dann im Frühjahr 2019", sagt Stefan Potthast, Kundenberater im Baubüro an der Rochfordstraße 1. Dann soll tatsächlich jeder Kunde seinen Glasfaser-Anschluss haben.

Das ist ein ambitionierter Plan. Denn widrige Umstände und damit verbundene Abweichungen vom ursprünglichen Zeitplan sind nicht immer vorherzusehen. Treten sie auf, hagelt es Kritik der Kunden. Das könnte jetzt erneut der Fall sein.

Wie die Deutsche Glasfaser mitteilt, sollen die Arbeiten ab sofort für ein bis zwei Wochen ruhen. Die anhaltenden Minustemperaturen machen den Tiefbauarbeitern das Leben schwer. "Wir können nicht in den harten Böden graben, ohne möglicherweise Oberflächen zu beschädigen", erklärt Bauleiter Kevin Kunert. Und auch verdichten lässt sich das Erdreich bei Frost nicht. "Sobald der Boden auftaut, entstehen Hohlräume, es kann zu Unebenheiten im Pflaster kommen", sagt Potthast. Der Kundenberater hat zwar Verständnis "für die Probleme des Einzelnen", der ungeduldig auf seinen Anschluss wartet. Aber man müsse eben auch das große Ganze sehen, bittet er ebenfalls um ein offenes Ohr.

Verzögerter Start

Mal seien es Ressourcenprobleme, die für Verzögerungen im Gesamtablauf des Großprojekts sorgten. "Manchmal dauern auch Genehmigungsverfahren länger als erwartet", erklärt der Kundenberater. Aus diesem Grunde habe man auch nicht wie angekündigt bereits Ende März 2017 in den Vororten mit dem Glasfaser-Projekt beginnen können, sondern erst 12 Wochen später. Und jetzt komme noch der Frost hinzu.

Von 6100 möglichen Anschlüssen in den Vororten liegen dem Unternehmen für 3000 und damit 50 Prozent Verträge für den schnellen Breitband-Ausbau vor. Auch in Haltern-Stadt haben sich bereits 40 Prozent aller Haushalte für einen Glasfaseranschluss entschieden - die Voraussetzungen für Planung und Ausbau des Highspeed-Internets sind damit nach Angaben der Deutschen Glasfaser erfüllt. In der City werden demnach 7310 Hausanschlüsse vorbereitet und davon etwa 3000 aktiviert.

Kunert und Potthast sind sich einig: "Wir liegen noch im Plan." Auch wenn es aktuell beispielsweise in Flaesheim zu Verzögerungen gekommen ist. Dort hätten die Tiefbau-Arbeiten bereits vor zwei Wochen beginnen sollen. Und jetzt verzögern sie sich erneut. "Über einen verstärkten Personaleinsatz versuchen wir, diesen Rückstand wieder aufzuholen", sagt Kunert. Die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser hat für die Tiefbauarbeiten, Hausbegehungen und die Hausanschlüsse das Generalunternehmen Allinq Networks beauftragt. Es hat seinen Hauptsitz in Berlin und eine Niederlassung in Rheine.

Kritik an Arbeiten

Auch die Qualität der Pflasterarbeiten des Generalunternehmens wird mancherorts von Bürgern bemängelt. Das Pflaster werde nach Abschluss der Arbeiten nicht ordentlich verlegt, heißt es in Facebook-Kommentaren. Auch der Stadt sind derartige Beschwerden bekannt. In Einzelfällen könne es notwendig sein, dass die Deutsche Glasfaser nacharbeiten müsse. Insgesamt sei die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen aber gut, heißt es dort. Stefan Potthast macht deutlich: "Wir nehmen die fertiggestellten Strecken gemeinsam mit städtischen Mitarbeitern ab." Stadtsprecher Georg Bockey bestätigt das. "Es soll gewährleistet werden, dass die Flächen hinterher so aussehen wie vor Beginn der Arbeiten."

Für Irritation sorgt mitunter auch, dass aufgefräste Asphalt-Oberflächen im Nachgang lediglich mit Pflastersteinen repariert würden. Potthast: "Das ist nur provisorisch. Nach Abschluss aller Arbeiten werden wir die Asphalt-Erneuerungen in einer Rutsche abarbeiten."

Der Kundenberater verweist auf erweiterte Öffnungszeiten des Baubüros. Ab dem 7. März ist er dienstags und mittwochs von 9 bis 13 und 14 bis18 Uhr in der Rochfordstraße 1 anzutreffen. Für Fragen. Aber auch für Kritik.

Vorläufiger Zeitplan des Glasfaser-Ausbaus (Stand: 26.2.2018):

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