Dorstener Straße

Illegale Baustellen-Schleichwege verärgern Anwohner

Derzeit ist die Dorstener Straße wegen Sanierung auf einem Teilstück gesperrt. Die Umleitung ist großräumig und kostet Zeit, deshalb nehmen ortskundige Autofahrer eine verbotene Abkürzung.

Derzeit wird die Fahrbahn der Dorstener Straße zwischen Haltern und Dorsten in Abschnitten saniert. Das erste Teilstück ist fertig, gerade wird die Fahrbahn zwischen Kusenhorster Straße in Haltern-Lippramsdorf und Orthöver Weg in Dorsten-Hervest abgefräst und dann erneuert. Dafür ist eine Vollsperrung notwendig. Die Umleitung nach Dorsten führt (aus Fahrtrichtung Haltern) über den Marler Damm Richtung Wulfen, von dort nach Dorsten. Das ist ein Umweg und den wollen ortskundige Autofahrer gerade morgens und abends auf ihrer Fahrt zur Arbeit und zurück nicht in Kauf nehmen. Sehr zum Leidwesen der Bauerschaft Kusenhorst.

Viel Verkehr auf der Anliegerstraße

Seit dem 13. Februar ist die Anliegerstraße gefühlt zu einer Hauptverkehrsstraße geworden. Ramona Gertz ärgert sich wie alle Nachbarn der Kusenhorst. "Selbst Lkw-Fahrer brettern über unsere Straße, es ist laut und für die Kinder sehr gefährlich geworden", sagt sie. Der "Schleichverkehr" schlängelt sich zunächst durch die schmale Kusenhorster Straße, dann durch den Wald über einen Wirtschaftsweg bis zur Siedlung Ewigkeit, schließlich über den Orthöver Weg zurück auf die Dorstener Straße. Alle, die das tun, haben zuvor das Durchfahrt-Verboten-Schild hinter der Einfahrt Marler Damm missachtet.

"Wir haben als Straßenverkehrsbehörde die Schilder aufgestellt", sagt Stadtsprecher Thomas Gerlach. Und betont: "Autofahrer setzen sich über das Verkehrsrecht hinweg, wenn sie die Verbote missachten." Lediglich Busse dürften die Abkürzung über die Anliegerstraße nutzen, damit die Fahrpläne nicht durcheinander gerieten. Doch die Stadt habe keine Handhabe, Auto- und Lkw-Fahrer von ihrem Tun abzuhalten.

Missachtung der Schilder kostet mindestens 25 Euro

Die Polizei schon, wie Ramona Hörst (Sprecherin der Kreispolizei Recklinghausen) erklärt. Die Beamten haben Hinweise bekommen und werfen immer wieder einen Blick Richtung Lippramsdorf. "Aber natürlich können meine Kollegen nicht zur Dauerbeobachtung vor Ort sein", erklärt sie auf Nachfrage. Jeder, der in einer Fahrschule war, wisse, was Verkehrsschilder zu bedeuten hätten. "Und auch, dass eine Missachtung geahndet wird", sagt sie deutlich. 25 Euro und mehr kostet die verbotene Nutzung der Anliegerstraße.

Auf einem Abschnitt von gut zwei Kilometern werden derzeit der Asphalt, die Markierung, das Bankett, die Schutzplanken, Leitpfosten und Verkehrsschilder der Dorstener Straße erneuert, wie Peter Beiske, Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW erläutert. Für diese Arbeiten muss die L509 in diesem Bereich komplett gesperrt werden. Nur Anlieger können eingeschränkt fahren.

Sorge um den Straßenzustand

Die Kusenhorster Familien fürchten mittlerweile um den Zustand ihrer Straße, die für so viel Verkehr nicht ausgerichtet ist. "Es war ein enormer Aufwand, um den schlechten Straßenbelag ausgebessert zu bekommen. Wir glauben nicht, dass der Baubetriebshof so schnell wiederkommt, um jetzt entstehende Löcher zu flicken", sagt Reinhilde Siehoff. Der Wirtschaftsweg durch den Wald jedenfalls trägt die Lasten nicht. Er gleicht schon jetzt einer kleinen Kraterlandschaft.

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