Dürre-Phänomen

Haltern hat nur 4,5 Liter Regen pro Quadratmeter in fast drei Wochen erlebt

Haltern - Seit fast drei Wochen hat es in Haltern nur 4,5 Liter pro Quadratmeter geregnet. Derzeit ist es so trocken, wie seit langem nicht mehr, sagt der RVR. Und das hat Konsequenzen.

Am Montagabend hat die Freiwillige Feuerwehr Haltern im Rahmen eines Übungsabends mit 200 Litern die Blumenbeete vor dem Rathaus am Galenpark gegossen. "Dabei wurden neue Kollegen in die neue Pumpen- und Hydranten-Technik eingewiesen, um sie auch an Ort und Stelle auszuprobieren", erklärt Stadtsprecher Georg Bockey den Einsatz. So habe man die Blumen vor dem Rathaus vor dem sicheren Verbrennen retten wollen, sagt die Freiwillige Feuerwehr dazu.

Auch im Wald wird die anhaltende Dürre zunehmend zum Problem. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt mit Warnstufe 3 (von 5) vor erhöhter Waldbrandgefahr. "Seit dem 25. Juni hat es in Haltern nicht mehr geregnet", sagt Kersten Blaschczok vom Regionalverband Ruhr (RVR). "Das ist nicht nur Stress für die Menschen, sondern auch für die Bäume."

Halterns besondere Gegebenheiten begünstigen die Waldbrandgefahr

Gründe dafür liegen in den besonderen Gegebenheiten vor Ort. "Wir haben hier die Halterner Kreidesande, die sich abgelagert haben, als das ganze hier ein Meer war. Die Sandböden halten das Wasser nicht. Wenn es regnet, ist der Boden schnell wieder trocken", erklärt Blaschczok.

Hinzu komme, dass 40 Prozent der Haard aus Kiefer bestehe. "Das Holz ist harzhaltiger und brennt leichter", so Blaschczok. Das Kraut, das auf dem Boden im Frühjahr vertrockne, tue ihr Übriges. In den Nachkriegsjahren habe es daher große Waldbrände von über 50 Hektar gegeben. Das Rauchen und das Feuermachen in der Haard ist ganzjährig verboten. Dennoch: "Haltern ist ein interessantes Naherholungsgebiet und die Fahrlässigkeit der Waldbesucher ist der Hauptbrandgrund, ", erklärt Blaschczok.

An die Waldbesucher appelliert Blaschczok:

"Besonders die jungen Bäume sind bei der Trockenheit gefährdet", sagt Blaschczok. Deshalb seien die Mitarbeiter schon im Einsatz gewesen, um die jungen Hochzeitsbäume zu gießen. Den Rasen allerdings müsse man nicht sprengen: "Sobald es wieder regnet, erholt der sich."

In Sythen und Lehmbraken ist das Grundwasser nach wie vor tabu

In Sythen und Lehmbraken weist der Kreis wegen der Trockenheit darauf hin, dass hier die Nutzung des Grundwassers verboten ist. "Auch wenn Bäume, Rasen und die Pflanzen im heimischen Garten dringend Wasser benötigen", so der Kreis. Grund sind die Altlasten, die noch immer vom Gelände der ehemaligen Sprengstofffabrik Wasag-Chemie ausgehen - und das "weit außerhalb des Werksgeländes", so der Kreis.

Laut Klimaforschung könne sich das Dürrephänomen in Zukunft noch weiter verschärfen: Für 2020 bis 2050 könnten die Sommertage, also die über 25 Grad Temperatur, um 14 Tage zunehmen, sagt Blaschczok - das wären dann 21 Sommertage mehr als noch vor 100 Jahren. "Künftig werden wir wahrscheinlich noch mehr mit Hitzeperioden rechnen müssen", so Blaschczok.

Trotz aller Waldbrandgefahr: "Eine Wasserknappheit steht in Haltern absolut nicht zur Debatte", sagt André Ziegert von der Gelsenwasser AG. "Da gibt es Kapazitäten für mehrere Trockenjahre, die Talsperren Haltern und Hullern haben die Kapazitäten, um das lange zu puffern." Aktuell liege der Füllstand der Talsperre Hullern bei 80 Prozent, der der Halterner Talsperre bei 85 Prozent, sagt Ziegert. Soweit möglich, werde dann Wasser aus der Talsperre Hullern entnommen, weil die Talsperre Haltern für die Freizeitnutzung wichtig ist.

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