Einsatzübung

Besonderes Szenario wurde zur Herausforderung für Halterns freiwillige Feuerwehrleute

Schreiende Menschen, Rauch und geschminkte Verletzungen hielten die Feuerwehrleute aus Lippramsdorf, Lavesum und Sythen bei einer Übung am Donnerstagabend auf Trab.

Am Donnerstagabend rückten die Löscheinheiten aus Lippramsdorf, Lavesum und Sythen mit rund 60 Mann und elf verschiedenen Einsatzfahrzeugen zu einer speziellen Katastrophenschutzübung in der Rekener Straße in Lavesum aus.

"Hilfe, Hilfe, helft uns doch!" Diese verzweifelten Rufen hörte der Lavesumer Einsatzleiter Hubert Kleine Hohmann beim Eintreffen als erstes aus einem der Fenster eines Hauses, das im Rahmen der Übung brennen sollte. Dazu wurden weitere Personen im Keller des Hauses vermutet. Er schickte sofort einen Trupp zur Menschenrettung zu einem Steckleitereinsatz an die Gebäudeseite, um die Personen aus dem geöffneten Fenster zu retten. Parallel dazu ging ein Angriffstrupp mit Atemschutz zur Brandbekämpfung in den Keller, um die dort vermuteten Menschen zu lokalisieren und möglichst schnell ins Freie zu bringen. Dieser Einsatz wurde durch den Einsatz einer Nebelmaschine erschwert. Plötzlich wurden die Kameraden von einem lauten Knall im Nachbargebäude überrascht. Dort hatten Jugendliche mit Feuerwerk hantiert, das sich entzündete - so das Szenario der Übung. Dabei zog sich eine junge Frau schwerste Brandverletzungen im Gesicht und am Oberkörper zu. Sie wurde ebenfalls von einem vordringenden Rettungstrupp geborgen und an der Verletztensammelstelle medizinisch erstversorgt.

Gegen Ende des Einsatzes musste in einer letzten Rettungsmaßnahme auch noch ein Feuerwehrkamerad, der wohl zu viel Rauch eingeatmet hatte, aus dem Gebäude gebracht werden.

Realistisches Szenario

Maurice Buschfeld war im ersten Lavesumer Rettungstrupp. Nach der geglückten Bergung der verletzten Person im Keller sagte er: "In dem völlig verrauchten Treppenhaus konnten wir kaum etwas sehen und wegen der Enge blieb das Atemschutzgerät schon auf der ersten Stufe an der Decke hängen. Es war ein sehr realistisches Szenario." Hubert Kleine Hohmann erklärte: "Bei so einer unübersichtlich gefährlichen Lage retten wir zuerst die Personen die wir sehen können und danach die, die wir vermuten".

Der Lavesumer Löscheinheitsführer Berthold Thüner hatte zusammen mit Mario Rentemeister ein perfektes Schulungsszenario entworfen, indem besonders die jüngeren Wehrleute auch einmal den Umgang und die Versorgung verschiedener Verletzungen üben konnten.

"Wir haben diese schwierige Lage mit dem vorhandenen Personal und dem zur Verfügung stehenden Gerät sehr gut bewältigt", war Berthold Thüner zufrieden. Er lobte dabei besonders die Ruhe und Übersicht mit der Kleine Hohmann die Lage einschätzte und die Kräfte gezielt an den neuralgischen Punkten konzentrierte. Rentemeister, der während der Übung als Beobachter fungierte, ergänzte: "Besonders gut haben die abgestimmten, zeitlichen Abläufe der einzelnen Maßnahmen gepasst."

Dank an die DLRG

Er dankte der DLRG Haltern für die Unterstützung durch die von Pia Pennekamp absolut realistisch geschminkten "Schwerverletzten" und dem Halterner Architekturbüro Rotthäuser für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Nach der Übung wurden in der Einsatznachbesprechung die einzelnen Übungsteile noch einmal bewertet, und danach ließen die Wehrleute den Abend mit Grillwurst und einem Kaltgetränk ausklingen.

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