Entwurzelte Bäume

Das passiert mit den Bäumen nach Sturm "Friederike"

HALTERN - Orkan "Friederike" hat in der vergangenen Woche jede Menge Bäume in der Stadt entwurzelt, die teilweise noch neben den Straßen liegen. Wir haben nachgehört, was mit dem Holz dieser Bäume passiert. Kaminbesitzer dürfen sich daran nicht einfach so bedienen.

Dürfen Bürger sich an den herumliegenden Bäumen, zum Beispiel als Brennholz, bedienen?

Nein. Kettensägen- und Kaminbesitzer dürfen das Holz nicht einfach so mitnehmen. "Das wäre schlicht Diebstahl", erklärt Georg Bockey als Sprecher der Halterner Stadtverwaltung.

Wer ist denn für welche Bäume zuständig?

Das kommt immer darauf an, wem der Baum und die dazugehörige Fläche gehört. In der Stadt gibt es viele städtische Flächen, aber zum Beispiel auch einige Landesstraßen, für die der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig ist.

Was macht die Stadtverwaltung mit den Bäumen?

"Am Bauhof gibt es eine eigene Hackschnitzelheizung", erklärt Verwaltungssprecher Bockey. Viele Bäume würden dort benutzt, um den Bauhof schlicht zu beheizen. "In der Regel ist das Holz von umgefallenen Bäumen nicht besonders wertvoll", so Bockey. Sollten ausnahmsweise hochwertige gesunde Bäume umfallen, habe die Stadt aber auch die Möglichkeit, das Holz zu vermarkten, also zur Verarbeitung zu verkaufen.

Wie sieht's aus, wenn die Stadt gesunde Bäume absichtlich fällen lässt?

"Wenn zum Beispiel ein größerer Neubau ansteht und Bäume dafür weichen müssen, dann werden auch externe Unternehmen damit beauftragt", erklärt Bockey. Beim Bau des neuen Kindergartens an der Lohausstraße sei das zum Beispiel der Fall.

Wie geht der Landesbetrieb Straßen NRW vor?

"Unsere Arbeiten müssen wir immer ausschreiben", erklärt Sprecher Peter Beiske. "Das Holz geht dann ins Eigentum des Auftragnehmers über." Was weiter damit passiere, darüber habe Straßen NRW keine Kenntnis. Aber Beiske sagt auch: "Die Bäume und Sträucher an unseren Straßen sind in der Regel nicht so hochwertig, dass man daraus Möbel herstellen könnte." Allenfalls seien Spanplatten, Holzpellets oder ähnliche Dinge möglich.

Wie sieht's in den Wäldern aus?

",Friederike' hat den Regionalverband Ruhr nicht mit einem solchen Ausmaß getroffen wie Kyrill damals", sagt RVR-Sprecherin Barbara Klask. In der Haard sei man glimpflich davongekommen. Der Sythener Linnert sei schon beachtlich getroffen, die Schadensbilanz laufe aber noch, teilt Waldbesitzer Carlo Graf von Westerholt mit.

Wie viel Geld bringt ein Baum überhaupt?

"Das ist im Moment das bestgehütetste Geheimnis überhaupt", sagt Jens Hapke vom Regionalverband. Weil gerade eben sehr viel Angebot an Holz da sei, schwanken die Preise. Per Internetsuche lassen sich für krankes oder zerkleinertes Holz Preise ab 15 Euro pro Kubikmeter finden, für hochwertiges Holz geht der Betrag über 100 Euro pro Kubikmeter hinaus.

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