Europawahl 2019

Aktionstag in Haltern: "Wir wollen die Menschen motivieren, zur Wahl zu gehen"

Das Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt möchte mit einem Aktionstag Bürger für die bevorstehende Europawahl begeistern. Dafür hat es unter anderem zehn Thesen verfasst.

"Alle Lebensbereiche sind von der Europapolitik betroffen", sagt Wilhelm Neurohr vom Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt. Daher veranstaltet der Halterner Verein am 11. Mai (Samstag) eine Aktion auf dem Marktplatz zur Europawahl, die am 26. Mai stattfindet und für Gerrit Warsen einen "wichtigen historischen Punkt" darstellt.

Beginn der Veranstaltung ist um 10 Uhr. Nach der Begrüßung von Herbert Bludau-Hoffmann tragen die Forumsmitglieder zehn von ihnen verfasste Thesen zum Thema "Wir sagen Ja zu Europa" vor. Die ersten drei Thesen beziehen sich auch auf den Namen des Forums. Unter anderem heißt es darin, Europa sei ein Vorbild für demokratische Freiheiten. Auch bezeichnen die Akteure Europa als einen "Kontinent der Menschenrechte und der kulturellen Möglichkeiten und Vielfalt". Sie fordern eine Europäische Union, die "wegweisend für Menschlichkeit und Menschenwürde aus Respekt vor allen Menschen und ihren Lebensbedürfnissen ist".

"Die Kritik an Europa muss ernst genommen werden"

Im späteren Verlauf der Aktion ist eine Rede von Jörg Eichenauer vom Verein "Mehr Demokratie NRW" geplant, ehe dann eine Gesprächsrunde mit interessierten Bürgern stattfinden wird. "Wir wollen mit Bürgern ins Gespräch kommen", erklärt Wilhelm Neurohr. Ursprünglich hatte das Halterner Forum geplant, die Thesen nur schriftlich in Verbindung mit einem Wahlaufruf zu veröffentlichen. "Aber wir wollen auch in der Öffentlichkeit präsent sein", sagt Wilhelm Neurohr. Ziel sei es, mehr Bürger für die Europawahl zu begeistern. "Wir wollen die Menschen motivieren, zur Wahl zu gehen", erzählt Burkhard Millner. Auch Kindern soll das Thema Europa spielerisch nähergebracht werden. Dafür wird es auch viel Infomaterial bei der Aktion geben.

Bei dem offenen Gespräch soll aber nicht nur über die positiven Aspekte der EU gesprochen werden. "Wir möchten auch die berechtigte Skepsis gegenüber Europa aufgreifen." Daher, so Wilhelm Neurohr, solle auch über Kritik gesprochen werden. "Die Kritik an Europa muss ernst genommen werden", sagt auch Werner Nienhüser. In einigen Bereichen sei die Distanz mancher Bürger zu Europa durchaus nachvollziehbar, gesteht er.

Das Halterner Forum positioniert sich deutlich gegen rechte Gruppen

Das Forum, betonen die Mitglieder, will Bürger aber nicht von einer bestimmten Partei überzeugen. Denn auch die Mitglieder des Forums gehören unterschiedlichen Parteien an. Einzig eine politische Richtung lehnen sie deutlich ab. "Alles, was nationalistisch ist, hat für uns keinen Sinn", sind sie sich alle einig. "Das Gefährlichste sind für mich die Rechten in Europa", erklärt Gerrit Warsen.

Für ihn gibt es zwei Gefahren für das aktuelle Europa. "Es gibt auseinanderreißende Kräfte", erklärt er. Seiner Ansicht nach gibt es zum einen außenstehende Staaten, die "an Europa reißen". Daneben, so erklärt er mit Sorge, gibt es aber auch noch eine "innere Kraft", nämlich rechte Gruppierungen, die Europa eher negativ gegenüberstehen.

Brexit als abschreckendes Beispiel

Als abschreckendes Beispiel für das, was passieren kann, wenn ein Land sich von der Europäischen Union lossagt, ist für Gerrit Warsen der Brexit. Dabei habe die EU deutlich mehr Vorteile für Länder und Bürger. "Viele sehen die zahlreichen Vorteile der EU sind", glaubt Theo Haggeney. So heißt es unter anderem in den zehn Thesen des Forums, dass Europa "dank der EU ein offener Kontinent der Menschenbegegnungen" ist und somit allen Mitgliedsländern Austausch und Reisen sowie Ausbildung, Studium und Handelsbeziehungen ermöglicht.

Doch bei all den Sorgen, die die engagierten Forumsmitglieder haben, sind sie dennoch zuversichtlich. "Ich bin optimistisch, dass wir es gemeinsam auf die Reihe kriegen", sagt Burkhard Millner. Besonders optimistisch gucken sie auf die junge Wählergeneration. "Unser Hoffnung ist die Jugend", erklärt Wilhelm Neurohr. Denn diese gehe noch einmal offener mit Europa um.

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