Evakuierung

Halterner DRK-Helfer waren im Einsatz bei einer Großübung

80 Rot-Kreuzler aus dem Kreis Recklinghausen übten den Aufbau einer Betreuungsstelle nach einer Evakuierung. Auch einige Halterner waren dabei. Sie können die Abläufe jetzt optimieren.

Um 11.30 Uhr hält am Samstagmorgen ein Bus mit vierzig Personen, die wegen eines Bombenfundes evakuiert worden sind, vor dem Kuniberg Berufskolleg in Recklinghausen. Drinnen hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) alles vorbereitet, um die Betroffenen zu betreuen. Alles nur eine Übung, aber eine Lage, die so ähnlich vor wenigen Wochen in Berg-Bossendorf schon Realität war.

Die angenommene Situation: An der Autobahn 43 muss eine Weltkriegsbombe entschärft werden. Die Autobahn wird gesperrt, rund 500 Personen müssen ihre Wohnungen verlassen und in einer Sammelunterkunft untergebracht werden.

"Konzept in Ruhe durch spielen"

80 ehrenamtliche Helfer des DRK waren deshalb am Samstag einen Tag in ihrer Freizeit in Recklinghausen im Einsatz, wo der Kreisverband im Kuniberg-Berufskolleg den Betreuungsplatz eingerichtet hatte, darunter auch neun Helfer des Halterner Stadtverbandes. Sie waren in unterschiedlichen Bereichen der Übung eingesetzt, unter anderem bei der Registrierung, im Sanitätsbereich oder im technischen Service und vorrangig bei der sozialen Betreuung. "Jeder Helfer wird entsprechend seiner Qualifizierung eingesetzt", erläutert Dennis Kullick, der Halterner Rotkreuzleiter.

"Für die Einrichtung eines Betreuungsplatzes gibt es ein Konzept, das wir hier in aller Ruhe durchspielen wollen, um die Abläufe einzuüben", sagt Michael Vaupel, der Kreisverbandsvorsitzende des DRK. Der Verband kann dabei auf die Erfahrungen in der Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften zurückgreifen. "Dort mussten wir mehr improvisieren, aber haben natürlich viele Erfahrungen für solche Fälle sammeln können", so Ralf Straßmann, der Kreisbeauftragte des DRK, der die Übung überwachte. Ausgedacht hatte sich das Szenario Thomas Teufert, die Einsatzleitung übernahm Mirco Füßmann.

Erfassungsstelle

Am Eingang zum Berufskolleg war eine Erfassungsstelle aufgebaut. Alle Evakuierten, darunter Mitglieder der Jugendfeuerwehr Recklinghausen, wurden registriert und erhielten ein Bändchen mit ihren Erkennungsdaten.

"Außerdem gibt es eine Verpflegungsstation, einen Behandlungsplatz für medizinische Notfälle sowie Tag- und Nachtunterkünfte", so Ralf Straßmann.

"Man muss vieles im Vorfeld organisieren. Bei Übernacht-Betreuungen brauchen die Menschen beispielsweise Hygiene-Artikel, die Verpflegung muss organisiert werden, für die medizinische Betreuung sind neben unseren Helfern auch zwei Ärzte vor Ort", ergänzt Thomas Teufert, der beim DRK für den Bereich des Ehrenamts verantwortlich ist.

Ein Notfall

Alles lief nach Plan, davon machten sich auch Vertreter der Feuerwehr und Landrat Cay Sübercrüb ein Bild vor Ort. Und auch auf unvorhergesehene Fälle waren die Helfer vorbereitet: Eine junge Frau mit Gipsbein stürzte bei der Ankunft. Die Helfer sorgten für die medizinische Versorgung und betreuten ihre beiden kleinen Töchter.

"Die Abläufe haben funktioniert, auch wenn der eine oder andere Punkt noch optimiert werden kann", zog Thomas Teufert ein erstes Fazit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Lobeshymnen aus England für Schalke-Neuzugang - selbst BVB-Boss Watzke optimistisch
Lobeshymnen aus England für Schalke-Neuzugang - selbst BVB-Boss Watzke optimistisch
Oer-Erkenschwicker (29) liegt auf einer Wiese - was er dort macht, schockiert Zeugen und Polizei
Oer-Erkenschwicker (29) liegt auf einer Wiese - was er dort macht, schockiert Zeugen und Polizei
NRW bittet Steuerzahler zur Kasse - das müssen wir im Kreis Recklinghausen bezahlen
NRW bittet Steuerzahler zur Kasse - das müssen wir im Kreis Recklinghausen bezahlen
Bottroper Ehepaar tot in Wohnung gefunden - es gibt neue Erkenntnisse
Bottroper Ehepaar tot in Wohnung gefunden - es gibt neue Erkenntnisse
Bahnübergang in Herten ohne Ankündigung gesperrt - diesmal nicht nur für drei Tage
Bahnübergang in Herten ohne Ankündigung gesperrt - diesmal nicht nur für drei Tage

Kommentare