Familien gehen leer aus

Zu wenig Kita-Plätze: Stadt Haltern bittet um Geduld

HALTERN - 1262 Halterner Kinder haben einen Betreuungsplatz in einer Kita oder in der Kindertagespflege, ab Sommer stockt die Stadt auf 1300 Plätze auf. Im Landesvergleich steht Haltern mit einer Versorgungsquote von 64 Prozent damit relativ gut da. Kristin Frentrop und anderen Eltern hilft das wenig.

Familie Frentrop hat bereits drei Absagen: Weder im Marien-Kindergarten noch in den Einrichtungen Laurentius I und II ist ein Platz für ihren 14 Monate alten Sohn frei. "Ich bin berufstätig mit einer Drei-Viertel-Stelle", berichtet Kristin Frentrop, "für mich ist es schon sehr wichtig, dass wir einen Betreuungsplatz bekommen." Sie kennt andere Familien, denen es ähnlich ergeht. Zwar hat Familie Frentrop aktuell einen Platz bei einer Tagesmutter, aber auch nur noch bis Sommer 2018. Dann hört die Tagesmutter auf. "Unsere Information ist, dass kein Kind, das nach Februar 2016 geboren wurde, einen Kita-Platz erhält", das veranlasst Kristin Frentrop zu der Frage, ob die Stadt als attraktive Zuzugsgemeinde für Familien eine zukunftsorientierte Planung versäumt hat.

Zum neuen Kindergartenjahr 2018/19 schafft die Stadt durch den Neubau einer weiteren Einrichtung an der Lohausstraße insgesamt 979 Plätze für Kinder über und 321 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Eingerechnet sind 110 Tagespflegeplätze. Die Plätze reichen trotzdem nicht. "Die Träger der Kitas haben allerdings noch keinen Schlussstrich unter die Platzvergabe gezogen", sagte Georg Bockey, Pressesprecher der Stadt Haltern, auf Nachfrage. Jugendamtsleiter Gisbert Drees bittet um Geduld. Eltern, die bezüglich eines Kindergartenplatzes Absagen erhalten haben, werden von der Stadt ab Mitte Januar angeschrieben. "Wir sind bemüht, individuelle Lösungen zu finden", betont Drees.

In der Novembersitzung des Ausschusses Generationen und Soziales hatte er noch betont, dass die Stadt nicht alle Wünsche der Eltern insbesondere hinsichtlich Ort und Zeitpunkt der gewünschten Betreuung erfüllen könne. "Es werden aber alle sich bietenden Möglichkeiten genutzt, um diese Herausforderungen meistern zu können", erklärte er. Die Schaffung zusätzlicher befristeter Betreuungsplätze als Übergangslösung, zum Beispiel durch den Bau einer weiteren Einrichtung vor allem im U-3-Bereich sei aufgrund der vorhandenen Rahmenbedingungen (defizitärer Haushalt) kaum bis gar nicht möglich. "Dies führt dann bei Eltern zu aus ihrer Sicht verständlichem Unmut."

Bekanntlich wirkten Stadt und Träger (DRK, katholische und evangelische Kirchengemeinde) dem Engpass zunächst mit dem Bau der Juniorkita in Sythen und dem Aufstocken der Gruppengrößen entgegen. Im Sommer wurde dann der neue Martin-Luther-Kindergarten eingeweiht, das Grundstück an der Lohausstraße ist gerade abgeholzt worden.

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