Flyer verteilt

Polizei warnt vor ominöser "ungarischer Sammlung" in Haltern

Haltern - Mit Flyern macht eine bisher unbekannte Gruppe Werbung für eine Sammlung von Altgegenständen, die am Montag (30. Juli 2018) in Haltern durchgeführt werden soll. Die Polizei warnt.

Wohl flächendeckend sind am Wochenende in Haltern am See Flyer mit dem Hinweis auf eine "Ungarische Sammlung" verteilt worden. "Wir nehmen was Sie nicht brauchen! Wir transportieren Ihr Auto Kostenlos das Aßuser Verkher gesetzt wurde!!!", ist darauf in schlechtem Deutsch zu lesen. Die Polizei warnt. "Man sollte auf keinen Fall darauf reagieren", hieß es dazu am Sonntag aus dem für Haltern zuständigen Polizeipräsidium in Recklinghausen. Es könnte sich um eine Masche von Einbrechern handeln: "Wenn der Zettel noch Tage später in den Briefkästen der Menschen liegt, könnte das ein Hinweis für die mutmaßlichen Täter darauf sein, dass die Bewohner im Urlaub sind", so ein Polizeisprecher. Und die Täter hätten freie Bahn.

Kein Ansprechpartner genannt

Durchgeführt werden soll die Sammlung am heutigen Montag (30. Juli). Zwischen 12 und 18 Uhr sollen Bewohner die Gegenstände zusammen mit dem Flyer vor ihre Tür stellen. Verteilt worden ist der Zettel unter anderem in Hamm-Bossendorf und Flaesheim. Entsprechende Meldungen gingen dazu in unserer Redaktion per E-Mail ein. In Halterner Facebook-Gruppen wurde ebenfalls vor der Sammlung gewarnt. Ein Facebook-Nutzer will die Verteiler gesehen haben: "Habe die ominösen Personen oberkörperfrei im weißen Transit beobachtet." Aus dem Flyer wird nicht ersichtlich, wer hinter der Sammlung steckt. Denn es gibt kein Impressum oder eine Kontaktnummer.

Ein Blick ins Internet zeigt, dass die "Ungarische Sammlung" schon woanders Thema war. Der gleiche Zettel tauchte beispielsweise im März in Calw im Schwarzwald auf. Dort war die Sammlung nicht angemeldet und damit illegal. Auch im Kreis Recklinghausen müssen Sammlungen angemeldet werden. Ob das in diesem Fall geschehen ist, war am Sonntag nicht herauszufinden.

"Flächendeckend agierende Organisation"

Der Landkreis Schwandorf (Bayern) teilte im Mai 2017 mit: "Weder ist eine ordnungsgemäße Verwertung des Sammelgutes nachgewiesen, noch ist aus den Angaben auf dem Wurfzettel ein Verantwortlicher oder eine Kontaktadresse zu entnehmen. Außerdem sind auf dem Zettel auch Gegenstände aufgelistet, die aufgrund ihrer Zusammensetzung als gefährlicher Abfall eingestuft sind. Gegenstände, die nicht zu gebrauchen sind, werden später irgendwo auf Parkplätzen oder in der freien Natur entsorgt. Pressesprecher Hans Prechtl beruhigt alle Bürger, die sich von der Sammlung angesprochen fühlen und glauben, aus Fürsorge und Nächstenliebe heraus helfen zu müssen. ?Es handelt sich nicht um eine Familie, die in Not geraten wäre, sondern um eine im süddeutschen Raum flächendeckend agierende Organisation, bei der eindeutig die Gewinnerzielung im Vordergrund steht', so der Sprecher der Behörde."

Halterner, die verdächtige Beobachtungen machen, sollten die Polizei rufen: 110.

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