"Foto-Expedition Lippeland"

130 Hobby-Fotografen betrachten Haltern durch die Kameralinse noch einmal neu

18 Themen, neun Stunden Zeit: Bei der "Foto-Expedition Lippeland" haben am Wochenende 130 Freizeit-Fotografen Motive in Haltern abgelichtet. Wer gewonnen hat, entscheidet sich jetzt.

Es ist Samstagmorgen, kurz vor neun. Vor dem Alten Rathaus trudeln allmählich immer mehr Menschen ein, einige schon mit der Spiegelreflexkamera in der Hand. Gespannt warten sie, dass es neun Uhr wird: Den erst dann gibt es die Liste mit 18 Themen, zu denen jeweils ein Foto gemacht werden muss.

Zum zweiten Mal richtete der Lippeverband zusammen mit der Volkshochschule und der Stadt den Wettbewerb "Foto-Expedition Lippeland" in Haltern aus. Bei der Umsetzung gehe es nicht um technische Perfektion, sondern um kreative Interpretationen der Themen, so die Veranstalter. Dabei sind die Regeln recht streng: Alle Themen müssen in der Reihenfolge der Liste abgearbeitet werden, Bildbearbeitung ist verboten und um 21 Uhr muss die Speicherkarte mit den 18 Fotos abgegeben sein.

Themen "Traumstrand" und "Seephänomen"

"Das Schwierigste ist, die Fotos genau in der richtigen Reihenfolge zu machen. Und, dass man sich genau überlegen muss, wo man hingeht", sagt Anna Surel. Dass sie aus Münster kommt und sich in Haltern nicht auskennt, macht es nicht einfacher.

Mit dem Stadtplan gewappnet, macht sich ihr Team auf den Weg zum Stausee, um dort einen "Traumstrand" und ein "Seephänomen" zu fotografieren. "Hoffentlich läuft uns noch irgendein Tier über den Weg, dann haben wir direkt auch das Thema ?tierische Freunde' abgehakt", lautet ihr Plan.

Die Zehntklässler Kim Kuhlmann und Pia Fimpeler, die noch in der Jugendgruppe starten, haben ihr Haustier schon dabei: Pias Hund Jule. Das Problem: "Jule ist überhaupt nicht fotogen." Spontan schreibt Pia einer Freundin, die in der Nähe wohnt, und leiht sich ihren Labrador als Fotomodell aus.

Nachdem ein guter Schnappschuss im Kardinal-von-Galen-Park gemacht ist, geht es auch für sie weiter zum Stausee, um einen Traumstrand zu fotografieren. "Eigentlich wäre in Sythen der perfekte Strand", meint Kim. Mit dem Fahrrad fahren oder auf den Bus warten dauert jedoch zu lange - denn es ist mittlerweile 10 Uhr und 17 Fotos fehlen noch.

Viele aus der Erwachsenengruppe sind mit dem Auto unterwegs und gehen den Tag ruhiger an. Marius Smolka und Björn Tack überlegen sich beim Kaffee erst einmal einen Plan für den Tag. Allerdings haben auch sie ihre Fahrräder dabei. "Wir haben letztes Jahr in Dülmen schon mitgemacht und da gemerkt, dass man mit dem Auto nicht so flexibel ist."

Die Jury muss nun die eingereichten Bilder bewerten

Bis zum Abend werden insgesamt 1332 Dateien von 130 Teilnehmern bei der Jury eingereicht. "Die besten Fotos auszusuchen, ist gar nicht so leicht", sagt der Fotograf Rolf Behlert, der in der Jury sitzt. "Drei Tage braucht man schon, um sich die Bilder alle genau anzugucken." Am Ende sei dann entscheidend, an welchen Bildern der Blick hängen bleibe und über welche Idee man auch mal etwas nachdenken müsse.

Am 18. Dezember (Dienstag) werden im Joseph-König-Gymnasium die Sieger gekürt: Bis zu 1000 Euro sind für den ersten Platz in der Erwachsenenkategorie drin. Den meisten Teilnehmern geht es aber nicht nur um den Preis, sondern wie zum Beispiel bei Marius Smolka, um den Spaß dabei. "Man lernt die Region so noch mal ganz anders kennen."

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