Fotostrecke Großübung

Brand, Rauch, Gefahr: Halterner Feuerwehren üben Menschen-Rettung in Hullern

Rauch im Gebäude, Vermisste: Wie man Menschenleben unter den schwierigen Bedingungen rettet, haben die Löscheinheiten aus Hullern, Sythen und Flaesheim bei einer Großübung in Hullern geübt.

"Hilfe, holt doch die Verletzten unter dem Dach raus", waren die verzweifelten Rufe, die der Hullerner Abschnittsleiter Holger Kock bei seinem Eintreffen an der Borkenbergestraße in Hullern als erstes von einem Anwohner zu hören bekam. Zwei Personen wurden nach einem Brand, der bei Umbauarbeiten entstanden war vermisst. Das Gute: Bei dem Szenario am Donnerstagabend handelte es sich lediglich um eine Großübung der Löscheinheiten Hullern, Sythen und Flaesheim mit 34 Mann und 5 verschiedenen Einsatzfahrzeugen.

Nach Einschätzung der Lage schickte Holger Kock mit dem Kommando zwei seiner Männer los. Während diese sich mit schwerem Atemschutz ausrüsteten, hatte ein weiterer Trupp schon Steckleitern am Gebäudeanbau angestellt. Doch zuerst musste eine sichere Einstiegsöffnung im Dach geschaffen werden.

"Hallo hören Sie uns? Hier ist die Feuerwehr"

Schnell waren die ersten Ziegel mit der Feueraxt zerschlagen. Mit der Motorsäge wurde der freiliegende Dachstuhl aufgeschnitten. "Hallo hören Sie uns? Hier ist die Feuerwehr", rief Marcel Stüer in den dichten Rauch hinein und schwang sich dann behände durch die Notöffnung in das Gebäude. Nun musste alles schnell gehen, denn durch die giftigen Dämpfe im Rauchgas bestand Lebensgefahr für die vermissten Personen. Deshalb stieg auch noch ein zweiter Angriffstrupp ein.

Gemeinsam wurde jetzt mit einer speziellen Suchtechnik versucht, die vermisste Person zu lokalisieren. Dies gelang und so konnte mit vereinten Kräften eine der vermissten Personen zwar bewusstlos aber lebend gerettet werden. Noch auf dem Anbaudach liegend wurde diese dann umgehend notversorgt und danach sicher über die Leitern dem medizinischen Rettungsdienst übergeben. Um die Einsatzchancen zu erhöhen, schickte auch der Flaesheimer Abschnittsleiter einen Angriffstrupp vor, um den Brand von der Vorderseite her zu bekämpfen. Auch dieser Einsatz wurde mit der Rettung einer weiteren Person erfolgreich abgeschlossen.

Parallel dazu übernahm die Sythener Löscheinheit die Aufgabe, die Rückseite des Anwesens zu kühlen und mit einer "Riegelstellung" die angrenzenden Gebäude zu schützen. Dafür legten sie zuerst eine Wasserversorgungsstrecke zum nächsten Hydranten, und gingen mit C-Rohren vor. Im weiteren Verlauf verschafften sie sich Zugang ins Gebäude und bargen eine im Gefährdungsbereich befindliche Gasflasche.

Der mit vier erfahrenen Wehrleuten besetzte Einsatzleitwagen funktionierte als Bindeglied zur Kreisleitstelle. Hier lief die gesamte Funkkommunikation zusammen, über 80 Funksprüche wurden koordiniert und im Einsatztagebuch erfasst.

"Es war ein sehr realistisches Szenario"

Marcel Stüer und Dominik Schild waren im ersten Hullerner Angriffstrupp. Nach der geglückten Rettung der verletzten Personen sagte Stüer: "In dem völlig verrauchten Gebäude konnten wir kaum etwas sehen. Es war ein sehr realistisches Szenario."

Bei so einer unübersichtlich gefährlichen Lage retten die Wehrleute zuerst die direkt sichtbaren Personen und suchen erst danach weitere Verletzte. Dies erfordert im Verlauf der Rettungsmaßnahmen eine hochkonzentrierte und oft auch gefährliche Arbeit der Einsatzkräfte .

Hauptbrandmeister Michael Stüer aus Hullern hatte zusammen mit Brandamtmann Christian Caspers ein perfektes Schulungsszenario entworfen indem besonders die jüngeren Wehrleute auch einmal den Umgang mit schwierigen Schadenslagen und die Versorgung verschiedener Verletzungsmuster üben konnten.

Stüer sagte: "Die komplizierte Menschenrettung durch das geöffnete Dach war schon eine echte Hausnummer. Da wurde Hand in Hand gearbeitet." Caspers, der während der Übung als Beobachter fungierte, betonte die Ruhe und Übersicht, mit der die Abschnittsleiter die Lage einschätzten und die Kräfte gezielt an den neuralgischen Punkten konzentrierten.

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