Gedenken am Volkstrauertag

Freiheit und Frieden sind nicht selbstverständlich

Zum Volkstrauertag wurde der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Die Halterner Redner stellten heraus, warum die Erinnerung nicht verblassen sollte.

Bei mehreren Veranstaltungen wurde am Wochenende in Haltern anlässlich des Volkstrauertages der Opfer von Kriegen, Gewalt, Terror und Vertreibung gedacht.

Bürgermeister Bodo Klimpel machte am Samstag am Mahnmal an der Römerstraße deutlich, dass das Gedenken nicht nur in die Vergangenheit führt und beispielsweise an die beiden Weltkriege erinnert. "Auch in dieser Stunde, in der wir uns zu einem stillen Gedenken versammeln, müssen in anderen Regionen unserer Welt Frauen, Kinder und Männer unter Krieg und Gewalt leiden", sagte er.

Er stellte auch heraus, wichtig die Kenntnis der eigenen Geschichte ist, um die Gegenwart und Zukunft zu begreifen. "Wir haben in den letzten Jahrzehnten viel aufgearbeitet", führte er aus. Allerdings sei auch zu erleben, dass das "Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden erstaunlich kurz" ist, zitierte er Bertolt Brecht.

"Die EU als Friedensprojekt ist in Gefahr"

Bodo Klimpel machte auf die Gefahren aufmerksam. "Plötzlich ist vorstellbar, dass die EU, dieses große Friedensprojekt der Nachkriegszeit, auseinanderfällt." Auch in Deutschland habe sich das politische Klima verändert. Die Gesellschaft hat sich polarisiert, Populisten schüren Ängste oder instrumentalisieren sei, fremdenfeindliche Straftaten haben ein erschreckendes Ausmaß angenommen."

Gedenktage wie der Volkstrauertag führten mit ihrer Erinnerungskultur vor Augen, "dass Krieg und Gewaltherrschaft Tod und Verderben bringen, Menschen und Familien sowie ihre Hoffnungen zerstören."

"Es ist ein schwieriger Feiertag"

Am Sonntag sprach der stellvertretende Bürgermeister Heinrich Wiengarten bei einer Gedenkveranstaltung am Ehrenmal in Lippramsdorf. Der Volkstrauertag sei ein "schwieriger Feiertag", denn es würde ein Finger in alte Wunden gelegt. Trotzdem dürften die Erinnerungen nicht verblassen "Weil die Toten schweigen, beginnt alles immer wieder von vorn", habe der französische Philosoph Gabriel Marcel geschrieben, der beide Weltkriege erlebt hatte.

Die Notwendigkeit des Erinnerns habe auch Erich Kästner betont, der 1945 schrieb: "Die Vergangenheit muss reden, und wir müssen zuhören. Vorher werden wir und sie keine Ruhe finden."

Das Vermächtnis der Opfer von Krieg und Gewalt laute "Wir müssen aus dem Geschehenen die notwendigen Konsequenzen ziehen. Wir müssen alles uns Mögliche tun, damit wir und unsere Kinder eine friedliche Zukunft haben", erklärte Heinrich Wiengarten. Freiheit und Frieden seien keine Selbstverständlichkeit. Sie müssten stetig neu errungen werden. "Daran sollten wir auch in unserem Alltag arbeiten."

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