Große Waldbrandübung in der Haard

Rettungskräfte proben für den Ernstfall

HALTERN - Mit einer kreisweiten Waldbrandübung für Feuerwehr, THW und DRK probten die Einheiten der Kreisbereitschaft in der Haard den Ernstfall. Sie erhielten dabei prominente Unterstützung.

Bei gefühlten minus zehn Grad hatten sich rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und DRK am Samstag von 10 bis 16 Uhr in der Haard zur gemischten Übung eingefunden. Geübt wurden der Einsatz mit Forstgerät, die Suche nach einer vermissten Person, das Offroad-Fahren und aktive Löschmaßnahmen im Falle eines Waldbrands.

Als besonders anstrengend erwies sich dabei die "Löschwasserentnahme im Freiwasser" an einem winzigen Zufluss der Lippe. "Da es sich bei dem Gewässer um ein sehr flaches Gewässer handelt, müssen die Einsatzkräfte erst eine Stauung anlegen", erklärte Kreiseinsatzleiter Michael Meissner von der Feuerwehr Castrop-Rauxel.

Dazu stand ein Kipplader mit Sand und Vorrichtungen für die Sandsackbefüllung bereit. Unter Anleitung des THW mussten die Übungsteilnehmer die Säcke füllen und anschließend zum Bachbett bringen. "Wichtig dabei ist, dass ihr eng beieinandersteht und die Säcke angebt, nicht schmeißt", so Zugführer Jörg Prus vom THW. "Die Übung dauert hier zwar nur 20 Minuten, aber wenn ihr mal bei einem Deichbruch oder einer Überschwemmung stundenlang Sandsack nach Sandsack weiterreicht, wird euer Rücken das nicht lange mitmachen." Außerdem wichtig: Die Sandsäcke sollten nicht prall gefüllt sein. Prus: "Sonst kann sich der Sand nicht richtig verteilen und die Staumauer ist nicht dicht."

Die Rollen waren in der Übung schnell verteilt: Die Dorstener Feuerwehr kümmerte sich mit dem THW gemeinsam um die Befüllung der Sandsäcke, die Halterner Feuerwehr reichte die Sandsäcke weiter und errichtete im Bachbett die Staumauer. Dabei wurden die Einsatzkräfte in Wathosen von der Brücke aus mit Seilen gesichert.

Kaum hatte sich ein kleiner Teich gebildet, bereiteten die Einsatzkräfte die Pumpen vor. Bereit standen eine große Pumpe mit einer Saugleistung von bis zu 6000 Litern pro Minute und eine kleine Pumpe mit 800 Litern Saugleistung. Für die Kreisbereitschaft sei die gemeinsame Übung etwas ganz Besonderes, erklärte Kreiseinsatzleiter Michael Meissner. "Nicht nur, dass so etwas nur alle zwei Jahre durchgeführt wird", meinte er. "Wichtig ist die Koordination von nicht miteinander vertrauten Einsatzkräften." Die Kreisbereitschaft stehe schließlich für Einsätze im ganzen Bundesgebiet zur Verfügung. Bei Großeinsätzen kämen dann Kräfte aus vielen Städten zusammen, die möglicherweise vorher noch nicht miteinander gearbeitet haben. "Und diese Koordination muss geübt werden."

Auch Landrat Cay Süberkrüb war vor Ort und half beim Befüllen der Sandsäcke. Für ihn war die Teilnahme an der Übung selbstverständlich: "Es geht dabei um Respekt und Wertschätzung, dass wir den Einsatzkräften zeigen, dass wir sie für ihre Arbeit wertschätzen." Doch nicht nur die moralische Unterstützung hat für den Landrat große Bedeutung. "Unsere Feuerwehr im Kreisgebiet basiert zu großen Teilen auf ehrenamtlichen, freiwilligen Feuerwehren." Die Wertschätzung ihrer Arbeit müsse auch finanziell zum Ausdruck kommen, so Süberkrüb. Den Einsatzkräften müsse bestmöglicher Schutz garantiert werden. Und das gehe nur mit guter Ausrüstung.

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