Holzhaus

Eines der ersten Holz-Hochhäuser in Nordrhein-Westfalen steht in Haltern

Das Sockelgeschoss aus Stein und Beton stand bereits und nun wurde die erste Etage aus Holz draufgesetzt - drei weitere Folgen. Das Massivholz-Haus am Alisowall in Haltern nimmt Form an.

174 Einzelelemente an Holzwänden und -decken mit einer Fläche von 1835 Quadratmetern und einem Gesamtgewicht von 121,9 Tonnen: All dies wird in den nächsten 14 Tagen seinen Platz am Alisowall 14 finden, denn am Donnerstag haben die Arbeiter dort mit der Installation der Holzelemente für das neue Massivholz-Haus begonnen. Ein solches mehrgeschossiges Haus aus Holz ist nicht nur in Haltern am See einmalig, sondern sucht auch in ganz Nordrhein-Westfalen seinesgleichen.

Nachdem das alte Gebäude im vergangenen Jahr abgerissen und das Sockelgeschoss - in konventioneller Bauweise aus Stein und Beton - bereits fertiggestellt wurde, geht es nun an die vier oberen Etagen, die allesamt aus Holz bestehen.

In zwei Wochen sollen die Holzelemente angebracht sein

"Heute waren zunächst die Wände und die Decke der ersten Etage dran, mit den nächsten Etagen geht es dann in der kommenden Woche weiter", sagt Maike Krafft. In rund zwei Wochen sollen alle Holzelemente inklusive des Dachs angebracht sein, Mitte April folgen dann die Fenster. "Einzugsfertig wird das Haus dann zum Ende des Jahres sein", sagt Carsten Krafft. Auch die Gestalterin im Handwerk und der Architekt werden in dem neuen Haus ihre Büroräume beziehen. "Das alte Büro haben wir bereits gekündigt", blicken sie optimistisch der Fertigstellung entgegen.

Insgesamt verfügt das Haus dann über vier Stockwerke und eine Parkgarage: Während das Erdgeschoss Stellplätze für Autos, Fahrräder und Mülltonnen beherbergt, entstehen in den drei aus Holz bestehenden oberen Stockwerken Wohnungen und Büroräume, inklusive Südwestbalkonen mit Blickrichtung Siebenteufelsturm. Die Größen liegen bei 127 Quadratmeter - im Dachgeschoss 109 Quadratmeter. Die Außenfassade des Hauses wird verklinkert. "So kann man später gar nicht mehr sehen, dass die Wände und Decken aus Holz bestehen", sagt Maike Krafft.

Im Gegensatz zur konventionellen Bauweise sei zwar - etwa aufgrund der detaillierten Planung der Elektroinstallation - ein wenig mehr Vorplanung nötig, "in der Bauphase geht dafür alles deutlich schneller", sagt Maike Krafft. Rund ein Arbeitstag werde für eine Etage benötigt. Weiter geht es zunächst am Montag mit den Betontreppen, ehe am Dienstag die zweite Etage in Angriff genommen wird und wieder Wand für Wand rund 30 Tonnen Fichtenholz aufgesetzt werden. Auch ein Aufzug wird Einzug ins Haus erhalten - "schließlich soll es ja barrierefrei sein", sagt Maike Krafft.

"Bautrend wird künftig Richtung Holz gehen"

Maike und Carsten Krafft glauben, "dass der Bautrend künftig deutlich Richtung Holz gehen wird." Es sei nicht nur ökologischer, sondern auch wirtschaftlicher. Carsten Krafft könne sich etwa vorstellen, "in Zukunft beispielsweise Schulen oder Kindergärten auf diese Art und Weise zu bauen."

Beide sind "absolut stolz" auf dieses ungewöhnliche Projekt. "Ich bin bereits seit 7 Uhr auf der Baustelle, wäre aber am liebsten schon um 4 Uhr morgens hier gewesen, ich konnte es kaum erwarten", sagt Carsten Krafft.

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