Integrationshilfe

Seemöven bringen informative und dreisprachige Broschüre für Flüchtlinge heraus

Darf man ohne Ticket Bahn fahren? Wo kann man Deutsch lernen? - Diese und viele weitere Fragen beantwortet jetzt ein neuer Wegweiser für Flüchtlinge und Zugewanderte in Haltern.

Überall, wo Flüchtlinge und Zugewanderte hinkommen, soll künftig eine neue Broschüre liegen und den neu in Haltern angekommenen Menschen helfen - bei der ersten Orientierung in der Seestadt, bei Behördengängen, beim Einkaufen und Wohnen, bei Internet, Telefon und Post, Schulen und (Aus-)Bildung, Krankenkassen und Arztbesuchen. Auch, wenn es um Freizeitmöglichkeiten und Hilfsorganisationen geht, kann man in dem Ratgeber "Angekommen in Haltern am See - was nun?" einiges erfahren. Der Verein Seemöven hat den kostenlosen Wegweiser herausgegeben. Das 108 Seiten starke Werk wurde in drei Sprachen - Deutsch, Französisch und Arabisch - verfasst. Sprachbarrieren dürften also weitgehend ausgeräumt sein.

Projekt in nur sieben Monaten verwirklicht

"Es war ein ambitioniertes Projekt", erinnern sich Elke Rüdiger, Sylke Meyer-Kahsnitz, Marianne Louis und Gaby Nagel. In nur sieben Monaten mussten sich die Vorstandsmitglieder durch Bücher, Wegweiser, Flyer und gewaltige Informationspakete arbeiten. "Vieles haben wir beim ersten Lesen zum Teil selbst nicht verstanden", erinnert sich Seemöven-Vorsitzende Elke Rüdiger. Zudem mussten Fotos erstellt, der Umschlag gestaltet sowie Satz und Layout geliefert werden. Eine besonders große Herausforderung stellte dabei der Satz der arabischen Kapitel dar - die Seitenanordnung erfolgt von hinten nach vorne, die Textanordnung von rechts nach links. Mit Hilfe professioneller Übersetzer und der tatkräftigen Unterstützung von Realschullehrerin Sabine Lange (Lektorat Franzözisch) wurde schließlich ein leicht verständlicher und umfassender, aber dennoch übersichtlicher Ratgeber entwickelt. Die Seemöven verstehen ihn als "Integrationshilfe für den Start in ein Miteinander in Haltern". Nicht zuletzt auch Vorurteilen solle damit entgegengewirkt werden.

1000 Exemplare sind gedruckt

Im Dezember wurden 1000 Exemplare der Broschüre gedruckt. Finanziert werden konnte das Projekt aus Spendengeldern und mit Hilfe des NRW-Integrationsministeriums im Rahmen des Programms "Komm-an NRW". Immerhin: 2000 Euro mussten für den Druck aufgebracht werden, die Arbeit der Seemöven erfolgte ehrenamtlich.

Im Alten Rathaus, im Pfarrbüro St. Marien, bei einigen Ärzten, in der Stadtbibliothek und auch in der Geschäftsstelle der Halterner Zeitung liegt der kostenlose Wegweiser "Angekommen in Haltern am See - was nun?" inzwischen aus. Dabei belassen wollen es die Seemöven aber nicht. Sollten die Neuankömmlinge darüber hinaus Fragen und Probleme haben, wollen die Vereinsmitglieder mit Rat und Hilfe unterstützen. Und falls der Ratgeber vergriffen, jedoch weiterer Bedarf gegeben sei, schließen die Seemöven nicht aus, erneut Fördergelder zu beantragen. Und eine zweite Auflage zu drucken.

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