Irrige Straßenecken in Haltern

Das sagen die Halterner zu den Verkehrspunkten

Haltern - Nicht nur die Kreuzung Hennewiger Weg/Römerstraße sorgte für Diskussionsstoff. Auch andere Straßenecken in der Stadt bereiten Halterner Autofahrern Bauchschmerzen.

Am Hennewiger Weg/Römerstraße hat die FDP Haltern am See einen Antrag an den Rat der Stadt gestellt, um die Verkehrsführung vor Ort zu ändern (wir berichteten). Derweil beklagen die Halterner aber noch ganz andere Straßenecken:

Johannesstraße/Sixtusstraße: Dort, wo die Johannesstraße und die Sixtusstraße zusammenlaufen, fehlen Straßenschilder, die etwa regeln, welcher Autofahrer aus welcher Straße vorrangig abbiegen darf. Denn das sei unklar, findet einer unserer Leser.

Das sagt die Stadt dazu: "Die Kreuzung Johannesstraße/Sixtusstraße stellt bekanntermaßen eine sehr ähnliche Verkehrssituation wie die Kreuzung Römerstraße/Hennewiger Weg dar. Sehr ähnlich ist aber nicht nur das Erfordernis ständiger Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme, sondern auch die Tatsache, dass hier seit vielen Jahren keine Unfallhäufigkeit zu beobachten ist. Auch an dieser Verkehrsstelle müssen die Verkehrsteilnehmer die Rechts-vor-Links-Regelung beachten."

Hauptstraße Hullern: "In Hullern ist die [...] Ecke aus Fahrtrichtung Hauptstraße sehr unübersichtlich, weil man den von rechts kommenden Verkehr aus der Ringstraße viel zu spät sieht", schreibt ein Nutzer auf unserer Facebook-Seite.

Das sagt die Stadt dazu: Die Hauptstraße ist als Tempo-30-Zone beschildert. "Innerhalb einer solchen gilt die gesetzliche Vorfahrtsregel ?rechts vor links'", sagt Pressesprecher Thomas Gerlach. "Gegenseitige Vorsicht und Rücksichtnahme ist auch hier Pflicht. Die Einmündung selbst ist so dimensioniert und einsehbar, dass die Verkehrsteilnehmer sich bei angemessener Fahrweise gut erkennen können."

Der Bahnübergang Sythen: Hier, schreibt der Facebook-Nutzer Frank Lohmann, gebe es in Richtung Schloss keine Linksabbiegerspur und in Richtung Dorf keine Rechtsabbiegerspur. Mehrere andere Leser pflichten ihm bei.

Das sagt die Stadt dazu: "Die aktuelle Regelung ist in der letzten Bahnverkehrsschau abgestimmt und unter Beteiligung des Eisenbahnbundesamtes getroffen worden. Ein Untersagen der Einfahrt würde die Verschiebung von Kraftfahrzeugverkehr und damit höhere Immissionen innerhalb des dort liegenden Wohngebietes bedeuten. Eine Einrichtung von gesonderten Abbiegespuren wäre hier im Übrigen schon mangels Straßenbreite nicht möglich."

"Keine Auffälligkeiten"

Für Diskussionsstoff sorgen die Straßenecken, aber sind sie auch wirklich so gefährlich? Die Polizei in Recklinghausen macht klar: An keiner der bemängelten Stellen hat es zwischen Januar 2016 und Ende 2017 Auffälligkeiten gegeben. "Auf der Sixtusstraße ist es am 7. April 2016 zu einem Alleinunfall gekommen", sagt Pressesprecher Michael Franz. "Das hatte aber nichts mit der Kreuzung zu tun."

An der Hauptstraße/Ecke Ringstraße habe es überhaupt keinen Unfall gegeben. Am Sythener Bahnhof sei am 5. August ein Trecker in die Bahnschranken gefahren, als diese gerade dabei waren, zu schließen.

"Einfach mal das erlernte ?Wissen' aus der Fahrschule anwenden"

Den Antrag der FDP zur Änderung der Ecke Hennewiger Weg/Römerstraße sehen die Leser auf unserer Facebookseite mit gemischten Gefühlen. "Sehr gefährlich finde ich es, fahre nicht gerne dort lang", schreibt Tanja Michalczak. "Vielleicht würde eine Einspurung mit deutlich straffierter Sperrfläche helfen, um bei dem Einen oder Anderen die ?Rechts vor Links Regel' wieder ins Bewusstsein zu rufen", sagt da etwa Uwe Riebow.

Andere hingegen appellieren in der Sache eher an den gesunden Menschenverstand: "Einfach mal das erlernte ?Wissen' aus der Fahrschule anwenden und ruck zuck gibts dort kein Problem mehr", schreibt Nutzer Fabian Ki. "Man sollte den Verkehrsteilnehmern nicht die ganze Arbeit (Aufmerksamkeit) abnehmen", meint Ralf Mergner.

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