Jagd

600 Wildschweine mehr erlegt als im Vorjahr

Haltern - Aus Angst vor der Schweinepest erlaubt das Jagdgesetz den ganzjährigen Abschuss der Tiere. Das hat Auswirkungen auf die Population im Vest.

1540 Wildschweine wurden in der letzten Jagdsaison im Vest erlegt - das entspricht einem Anstieg um 600 im Vergleich zum Vorjahr. Grund für die hohen Zahlen ist das Jagdgesetz. Denn Wildschweine dürfen nun das ganze Jahr über gejagt werden. Es geht um die Vermeidung der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest und um den Schutz der Felder.

Die afrikanische Schweinepest kann im Ernstfall auf Schweine von Landwirten und Händlern übertragen werden. Sie endet meistens tödlich für die Tiere. Die Jäger verstehen das vermehrte Bejagen der Wildscheine daher als Präventivmaßnahme. "Die afrikanische Schweinepest wird aber nicht einfach hergezaubert und ist plötzlich da", beruhigt Reinhold Bergjürgen, Vorsitzender des Hegerings Haltern. Aktuell seien keine Wildschweine infiziert.

Allerdings: "Der Erreger ist sehr widerstandsfähig", so Bergjürgen. Es werde vermutet, dass er sich im Aufschnitt oder in Rohware aus dem Osten befindet - in Osteuropa ist die Afrikanische Schweinepest weit verbreitet. Wenn dies dann an Raststätten weggeworfen werde, "holen sich die Wildschweine das und fressen es", sagt Bergjürgen. Sind Wildschweine erst einmal infiziert, müsste ein Sperrbezirk eingerichtet werden. Bergjürgen: "Alle Schweine in diesem Gebiet müssten dann getötet werden." Diese Gefahr wollen die Jäger durch den vermehrten Abschuss minimieren.

Wildschweine ernähren sich von Eckern und Eicheln

Auch für die Landwirtschaft stellen Wildschweine eine Gefahr da. "Die Tiere sind sehr intelligent und schnell. Sie können einen Kartoffelacker in nur einer Nacht zerstören", so Bergjürgen.

Zudem gebe es inzwischen bei Buchen und Eichen durch den Klimawandel sehr viele Mastjahre. "Es sind mehr Eckern und Eicheln vorhanden." Und auch vom Strukturwandel in der Landwirtschaft (vermehrter Maisanbau) profitierten die Wildschweine. Wie der Hegeringsleiter ausführt, hätten die Tiere so eine bessere Möglichkeit, sich zu verstecken. "Entsprechend stark vermehren sie sich."

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