St. Joseph Sythen

Eine Skulptur geht von der Kirche aus auf Wanderschaft durch Haltern

Die Sythener Kirche ist puristisch ausgestattet. Das soll so bleiben. Die Gemeinde verzichtet deshalb auf Kreuzwegstationen, freundet sich aber gerade mit einer außergewöhnlichen Idee an.

Die katholische Gemeinde Sythen versammelte sich am Sonntag (24. März) zum Josephschutzfest. Nach einem feierlichen Gottesdienst mit Pfarrer André Pollmann trugen Jugendliche im Gemeindezentrum Suppe und Nachtisch auf. Vorab versorgte Reinhild Tuschewitzki vom Gemeindeausschuss die gut 60 anwesenden Gäste mit Informationen aus der Gemeinde St. Joseph.

Sie berichtete von intensiven Diskussionen über die Frage, ob ein Kreuzweg zurück in die 2014 neu gestaltete Kirche und damit dem Wunsch zahlreicher Gemeindemitglieder entsprochen werden solle. Gemeinsam mit der Kunstpflegeabteilung des Generalvikariats fand eine 16-köpfige Projektgruppe eine klare Antwort: Nein, der Kirchenraum in seiner Kargheit und klaren Stilrichtung soll nur durch das große, bunte Credofenster seinen ästhetischen Reiz entwickeln. Stattdessen entstand die Idee, die erste Station (Verurteilung Jesu) von Künstlerin Gaby Bücker als Skulptur gestalten zu lassen.

"Das Thema Kreuzweg begleitet alle durch den Alltag"

Die Arbeit ist fast fertig und Reinhild Tuschewitzki schwärmt nach einer ersten Besichtigung: "Ich bin erfüllt, wie in diese Skulptur aus Holz, Metall und Ton christliche und menschliche Handlungsströmungen eingeflossen sind." Geplant ist, dass die Skulptur eine zeitlang in der Kirche steht, dann aber auf Wanderschaft durch die Pfarrei St. Sixtus geht. "Denn das Thema Kreuzweg begleitet alle Menschen durch den Alltag." Es sei nicht immer leicht für das Seelsorgeteam und Mitwirkende in der Kirche, Traditionen in den Kontext der heutigen Zeit zu stellen. Das finde wechselnden Anklang, gab Reinhild Tuschewitzki zu. Aber sie ist überzeugt, dass die richtige Entscheidung getroffen wurde.

Noch mehr Begeisterung wünscht sich die Sprecherin des Gemeindeausschusses für die Ökumene. Gottesdienste und Neujahrsempfang beider Kirchen in Sythen seien zwar gut besucht, aber "es ist noch reichlich Luft nach oben", ermunterte Reinhild Tuschewitzki zum Dabeisein.

Eine Orgelpfeife für besonders Engagierte

Spielraum gibt es auch noch bei der Mitwirkung. Laut Reinhild Tuschewitzki wird es in der Kirche wie in den Vereinen immer schwieriger, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Einen kleinen Anreiz bietet die St.-Joseph-Gemeinde Jahr für Jahr: Sie zeichnet besonders Engagierte mit einer Orgelpfeife aus der alten Kirchenorgel aus.

Diesmal fiel die Wahl auf Ulrike Behrendt, die bis vor zwei Jahren über 23 Jahre lang den Kindergarten leitete und seit jeher vielfältig in der Gemeinde aktiv ist. Ihre Eltern bauten vor 60 Jahren ein Haus in Sythen, "ich bin hier groß geworden und fühle mich dem Ort sehr verbunden", sagte sie nach der Ehrung. Unter dem Applaus der Gäste sagte sie auch: "Ich bin auch noch bereit für weitere Aufgaben."

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