Ab Juni

Forstwirtschaftliche Vereinigung Münsterland vermarktet Holz der Halterner Waldbauern

Der Landesbetrieb Wald und Holz zieht sich aus der Holzvermarktung zurück. Das betrifft auch die Halterner Waldbauern. Diese schlagen jetzt einen neuen Weg ein.

Die Halterner Waldbauern stellen sich bei der Vermarktung ihres Holzes neu auf. Auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Haltern wurden jetzt die entsprechenden Weichen gestellt. Einstimmig sprachen sich die mehr als 40 Anwesenden im Hotel Haus Teltrop in Lippramsdorf für eine Mitgliedschaft in der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Münsterland (FWV) mit Sitz in Saerbeck aus. Diese wird die Holzvermarktung ab dem 1. Juni 2019 als Gesellschafter der "Naturstoffzentrale Land und Forst GmbH" (NLF) übernehmen.

"Alle bleiben im Boot"

Die Waldbauern hatten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Vier Stunden lang hatten sie den Sachverhalt erörtert. Karl-Gerd Siehoff, Vorsitzender der FBG Haltern, zeigte sich am Ende überaus erleichtert. "Das Votum war eindeutig, es gab keine einzige Gegenstimme", freute er sich. Auch kleinere Betriebe unterstützten diese Lösung. Sieberg: "Es gab keine Kündigungen in unserer Forstbetriebsgemeinschaft, alle bleiben im Boot."

Bisherige Praxis verstößt gegen Wettbewerbsrecht

Bislang hatte der Landesbetrieb Wald und Holz die Holzvermarktung für zahlreiche Kommunen und Tausende Waldbauern, darunter auch die Halterner durchgeführt. Doch die nordrhein-westfälische Landesregierung baut ihre Landesforstverwaltung jetzt um und zieht sich aus der Holzvermarktung zurück. Grund ist ein Streit zwischen dem Bundeskartellamt und dem Land Baden-Württemberg. Auch dort vermarktet das Land das Holz zahlreicher Kommunen und privater Waldbauern. Die Wettbewerbshüter haben allerdings kartellrechtliche Bedenken. Denn wenn das Land das Holz privater und kommunaler Waldbesitzer zusammen mit Holz aus dem Staatswald vermarkte, sei das ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht, hieß es. Privaten Holzvermarktungsunternehmen blieb der Zugang zum Markt schließlich versperrt. Zudem habe das Land eine deutliche Marktmacht.

Zugang zu professionellen Forststrukturen

Die privaten Waldbauern mussten sich also einen neuen Dienstleister für die Vermarktung ihres Holzes, das auf 2150 Hektar Fläche wächst, suchen.

Sönke Tielbürger, Leiter des Fachgebiets "Betreuung Privatwald" beim Landesbetrieb Wald und Holz, der auch an der Versammlung der Waldbauern in Lippramsdorf teilnahm, rät grundsätzlich dazu, sich einer Organisation anzuschließen. "So wird der Zugang zu professionellen Forststrukturen erst möglich", hatte er kürzlich im Gespräch mit der Halterner Zeitung gesagt.

Insgesamt 143 Waldbauern sind in der Halterner Forstbetriebsgemeinschaft organisiert. In der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Münsterland, der sie beitreten werden, sind bereits 19 Forstbetriebsgemeinschaften zusammengeschlossen. Die Vereinigung ist Gesellschafter der NLF GmbH - zu gleichen Teilen neben dem Landwirtschaftlichen Betriebshilfsdienst und Maschinenring Steinfurt-Bentheim und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV)/Kreisverband Steinfurt. Die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Haltern sehen optimistisch in de Zukunft. Wie Karl-Gerd Siehoff mitteilte, werden keine finanziellen Nachteile durch die künftige Kooperation befürchtet.

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