Klassentreffen

60 Jahre nach dem Ende ihrer Schulzeit trafen sich diese Männer wieder

Die ehemaligen Schüler der Annaschule blickten im Kolpingtreff auf ihre gemeinsame Schulzeit zurück. Unter Klassenlehrer Herr Schneider herrschte schmerzhafte "Zucht und Ordnung".

Nach 60 Jahren traf sich am Freitagabend der Entlassjahrgang 1959 der Annaschule in der Gaststätte "Kolpingtreff" wieder. "Wir waren eine reine Jungenklasse", sagte Organisator Adolf Stock und blickte auch ein wenig stolz in die Runde der fünfzehn Anwesenden. "Damals waren wir 47 Jungs in der Klasse, davon leben noch 30, und so haben wir eine Anwesenheitsquote von 50 Prozent."

Klassenlehrer war damals Herr Schneider, vor dem alle stets großen Respekt hatten, denn: "Der trug in seinem Jackenärmel immer den Rohrstock mit sich herum." Schneider züchtigte seiner Meinung nach keinen, der es nicht verdient hatte. Für nicht erledigte Hausaufgaben gab es in der Regel drei Stockschläge auf die vorgesteckten Hände. Überhaupt war "Zucht und Ordnung" in der Annaschule ein ständiges Thema. Schon morgens vor Schulbeginn mussten sich alle Schüler in Reih und Glied aufstellen und durften erst danach in die Klassen gehen.

Den Musikunterricht begleitete Schneider auf seiner Geige und lies die Jungs dazu im Canon singen. Im Deutschunterricht waren seine Diktate gefürchtet, und bei "Schillers Glocke" kam so mancher Schüler ins Schwitzen.

Strenger Unterricht

Heimatkunde unterrichtete Herr Spors: "Er brachte immer Bilder von Tieren und Pflanzen mit. Die haben wir dann nach der Schule im Wald gesucht", erzählte Stock. An der katholischen Schule leiteten Pastor Geukes und Kaplan Minarek den strengen Religionsunterricht auch über den Schulbetrieb hinaus. Wer am Sonntagmorgen in der Messe fehlte, bekam eine schlechte Note und der Dienst am Altar als Messdiener war Pflicht.

Am meisten Spaß hatte die Klasse beim Sportunterricht. Da konnten sie als gute Fußballer glänzen und besiegten bei Sportfesten regelmäßig auch Klassen der anderen Halterner Schulen.

Im Sommer gab es an manchen heißen Tagen hitzefrei. Wenn das Thermometer aber mal nicht ganz mitspielte, waren die Schüler erfinderisch und wärmten in der Pause unbeobachtet mit ein paar Streichhölzern etwas nach.

Zum Schulabschluss organisierte Schneider für die Klasse eine Grubenfahrt auf der Schachtanlage "Auguste Victoria". Und die Jungs staunten, als sie die Arbeitsbedingungen unter Tage erstmalig mit eigenen Augen sahen. "Nie im Leben werde ich hier arbeiten", sagten damals einige Schüler sichtlich betroffen.

Nach einem gemeinsamen Essen blieb dann genügend Zeit, um in gemütlicher Runde zusammen zu sitzen. "Wir freuen uns jetzt schon auf das 65-jährige Treffen", sagte Stock.

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