Knöllchen

Ärger um Halteverbot am Halterner Bahnhof

HALTERN - Es ist täglich zu beobachten, zu allen Tageszeiten: Wer jemanden zum Bahnhof bringen möchte, hält flugs an der Seite des Roost-Warendin-Platzes an. Das dauert allenfalls eine Minute, aber die Polizei kennt keine Gnade.

Matthias Knolle hat sich wahnsinnig geärgert. Um 7.45 Uhr ließ er kurz jemanden an der Seite des Roost-Warendin-Platzes (Bahnhofsvorplatz) aus dem Auto aussteigen und wollte dann weiter. Doch ein Polizeibeamter fing ihn ab. "Der zückte sofort seinen Block und schrieb einen Strafzettel", berichtet Matthias Knolle. Es sei eine heftige Diskussion entstanden, der Beamte aber sei unerbittlich geblieben. "Ich fühle mich schikaniert. Der Strafzettel ist Erbsenzählerei und doch keine Lösung für das Parkproblem am Bahnhof. Außerdem gibt es doch wichtigere Aufgaben für eine Polizei, als hier Knöllchen zu schreiben", ärgert sich der Lippramsdorfer bei einem Besuch in der Redaktion.

Bei dem regen Autoverkehr am Bahnhof und den wenigen Kurzzeit-Parkplätzen bliebe oft gar keine Alternative, als kurz an der Seite zu halten. Er habe nicht einmal die Zufahrt für die Busse blockiert. In seiner Wut schimpft Matthias Knolle auch über die Stadt: Sie ignoriere die prekäre Situation.

Die Stadt verweist auf die Kurz- und Langzeitparkplätze direkt am Bahnhof. Sie sei im Übrigen für Ordnungswidrigkeiten außerhalb dieser Zone nicht zuständig. "Sicherlich entstehen zu Stoßzeiten schwierige Situationen, aber Haltern ist keine Großstadt", sagt Stadtsprecher Georg Bockey. Es gebe genügend Möglichkeiten, in den Nebenstraßen des Bahnhofs anzuhalten oder alternativ auf dem Pendlerparkplatz neben dem Bahnhof.

Jeder, der an der Buszufahrt seitlich des Bahnhofsvorplatzes anhalte, müsse mit einem Verwarngeld rechnen, erklärt Polizeisprecher Michael Franz auf Nachfrage. Denn es gelte absolutes Halteverbot. Wer dennoch stehen bleibe und erwischt werde, dürfe nicht jammern, sondern müsse bezahlen. "Es gibt Regeln, an die sich Autofahrer zu halten haben", sagt er. Die Straßenverkehrsbehörde habe nicht umsonst hier ein absolutes Halteverbot ausgewiesen. Es ginge um den Schutz der Bahn- und Busfahrgäste und derjenigen, die zur DHL-Packstation müssten.

Das Knöllchen kostet etwa 15 Euro, wenn Busse behindert werden, ist das nach Auskunft der Polizei strafverschärfend. Im Übrigen sei das "kurz mal eben anhalten" ein typisches Eltern-Taxi-Problem. Es sei vor allem auch an Schulen zu beobachten. Am Bahnhof gibt es 16 Dauerparkplätze und fünf Park&Kiss-Plätze (erlaubte Parkdauer 30 Minuten), zudem zwei Behinderten-Parkplätze. Weil dieser Parkraum vom Land mitfinanziert wurde, musste die Stadt Dauerparken ermöglichen. Das führt zu bestimmten Tageszeiten zu nervigen Engpässen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Drastischer Lebensmittel-Rückruf - Behörden lösen sogar per „Katwarn“-App Gefahren-Alarm aus
Drastischer Lebensmittel-Rückruf - Behörden lösen sogar per „Katwarn“-App Gefahren-Alarm aus
Einstimmung aufs "Fest der Feste": 150 Weihnachtsmärkte der Region auf einen Blick
Einstimmung aufs "Fest der Feste": 150 Weihnachtsmärkte der Region auf einen Blick
Sternschnuppen im November 2019: Wann erreichen Leoniden ihr Maximum? 
Sternschnuppen im November 2019: Wann erreichen Leoniden ihr Maximum? 
So kam dieser Ladenbesitzer in Herten einem iPhone-Betrüger auf die Schliche
So kam dieser Ladenbesitzer in Herten einem iPhone-Betrüger auf die Schliche

Kommentare