Kreißsaal-Schließung

NRW-Minister hält Kreißsaal-Distanz für vertretbar

Haltern - Karl-Josef Laumann findet die Entfernung zu Krankenhäusern ausreichend, kann den Unmut der Einwohner Halterns aber auch verstehen.

Die Halterner vermissen die Geburtshilfe-Station im Sixtus-Hospital. Aber NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kann ihnen keine Hoffnung machen, dass die Entscheidung revidiert wird. Am Dienstag schickte er einen Brief an Bürgermeister Bodo Klimpel.

Bekanntlich hat das Katholische Klinikum Ruhrgebiet Nord am 1. Juli die Geburtshilfe-Station im Sixtus-Hospital geschlossen und im Elisabeth-Krankenhaus Dorsten zentralisiert. Bürgermeister Bodo Klimpel schrieb deshalb an das NRW-Gesundheitsministerium. In seiner Antwort stellt Minister Laumann klar, dass es grundsätzlich der Entscheidung des Krankenhausträgers obliege, die Abteilung zu schließen - vorausgesetzt die Erreichbarkeit anderer geburtshilflicher Angebote ist weiterhin im vertretbaren Rahmen gegeben. Und das sieht der Minister als ausreichend an, weil die Häuser in Recklinghausen, Marl, Datteln, Dorsten und Coesfeld dieses Kriterium erfüllten.

Deutlicher Wunsch für die Erhaltung der AbteilungHalterns Bürgermeister hatte während der Ratssondersitzung am 9. Mai versprochen, den Minister anzuschreiben. Es sollte deutlich werden, dass der Rat, die Verwaltung und ebenso die Halterner Öffentlichkeit den Erhalt der Abteilung wünschen. Am 24. April hatte der Aufsichtsrat des Katholischen Klinikums Ruhrgebiet Nord (KKRN) die Entscheidung bekannt gegeben, dass die Geburtenstation zum 30. Juni geschlossen werde. Dabei spielten nach Angaben der Geschäftsführung sinkende Geburtenzahlen, erhebliche personelle Probleme bei der Rekrutierung von Ärzten und Hebammen sowie langjährige defizitäre Ergebnisse die Hauptrollen.

"Schwer nachvollziehbar"Minister Laumann machte deutlich, dass die Schließung der Abteilung nicht eine Schließung des Standortes insgesamt bedeute. Wörtlich schreibt er: "Ich kann zudem nachempfinden, dass für viele Einwohner in Haltern am See die vom Krankenhausträger veranlasste Schließung der Geburtshilfe am St.-Sixtus-Hospital nur schwer nachvollziehbar ist."

Bürgermeister Klimpel hatte den Minister zudem gebeten, sich für den Erhalt kleinerer Krankenhäuser im eher ländlich geprägten Raum einzusetzen, damit die Menschen in ihrer Heimatstadt eine gute medizinische Versorgung erfahren. Dazu erklärt Laumann: "Ich versichere Ihnen, dass die Bezirksregierung in Münster Ihr Anliegen im Auge behalten wird."

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