Krimispannung

Bestseller-Autorin Elisabeth Herrmann zog in der Stadtbücherei die Zuhörer in ihren Bann

Ihre Charaktere skizziert sie messerscharf, ihr Morde lassen die Zuhörer erschauern: Elisabeth Herrmann hat in Haltern neue Fans gewonnen.

Sie hat in Haltern viele Fans und am Donnerstag sicher noch einige dazu gewonnen - und sie ist selbst (ein bisschen) Fan der Stadt Haltern geworden: Die bekannte Bestseller- und Krimiautorin Elisabeth Herrmann aus Berlin las vor vollem Haus in der Stadtbücherei aus zwei Kriminalromanen.

Elisabeth Herrmann versteht es, ihre Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Mit ihrer rundfunkgeschulten Alt-Stimme gelingt es ihr spielend, die Hörer in die Abgründe ihrer Handlungen zu ziehen, in denen es nur so von Mord und Totschlag, aber auch von subtilen Charakterbeschreibungen und teils sarkastischem Wortwitz wimmelt.

In "Stimme der Toten", dem Roman, aus dem sie vor der Pause las, stürzt ein Banker vom siebten Stock des Bankhauses in den Tod. Protagonistin Judith Kepler, Tatortreinigerin mit Stasi-Vergangenheit, findet Indizien, dass es sich nicht um einen Selbstmord oder Unfall gehandelt hat. Und gerät damit in einen Strudel krimineller Verschwörungsaktivitäten, bei denen sie immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird.

"Der Typ aus dem Spaghettiwestern"

Ihre Figuren skizziert Elisabeth Herrmann messerscharf: "Adlergesicht, Karajanmähne, stahlblaue Augen" schreibt sie dem Kopf der Verschwörer zu. Ein Banker aus dem Führungsstab ist bei ihr "der Typ aus dem Spaghettiwestern, der immer als erster erschossen wird". Und die Gehilfin der Tatortreinigerin "dünn, als hätte sich ein Vampir auf ihr Leben geworfen". Elisabeth Herrmann kreiert Spannung, als sei das das Leichteste der Welt. Kein Wunder, dass mehrere ihrer Bücher inzwischen verfilmt sind, unter anderem mit Jan Josef Liefers als Berliner Anwalt Vernau.

"Haltern ist eine süße Stadt"

Schon vor einem Jahr hatte Büchereileiterin Andrea Coenen-Brinkert bei Elisabeth Herrmann wegen des Lesetermins angefragt. "Sie sagte spontan zu", freute sich die Halterner Büchereileiterin. Und Elisabeth Herrmann hatte nach ihrer Ankunft in Haltern die Gelegenheit für einen Bummel durch die Stadt genutzt. "Ich glaube, das ist eine süße Stadt", sagte sie im Gespräch. "Vor allem, weil es hier so viele Blumenläden und eine noch funktionierende Innenstadt gibt." Nachdem sie nach der Pause noch eine Passage aus ihrem neuesten Roman "Schatten der Toten" gelesen hatte, der erst Mitte März in den Buchhandel kommt, gab sie einige Einblicke in ihre Arbeitsweise und auch in die Reibungen, die gelegentlich in der Zusammenarbeit mit Verlagen entstehen. Andrea Coenen-Brinkert lud die Autorin ein, bald wieder zu kommen. Das kann sich Elisabeth Herrmann durchaus vorstellen. Nicht nur wegen der vielen Blumenläden.

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