Maiempfang im Alten Rathaus

DGB-Kreisvorsitzender warnt bei Arbeitnehmerempfang in Haltern vor Rechtspopulismus

"Weg mit den Rechtspopulisten in diesem Land", sagte Norbert Sperling, Vorsitzender des DGB, Kreisverband Recklinghausen am Montagabend beim Maiempfang der Arbeitnehmer im Alten Rathaus.

Vor über 40 Teilnehmern und dem Gastredner Norbert Sperling, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes, eröffnete die stellvertretende Bürgermeisterin Hiltrud Schlierkamp den traditionellen Maiempfang der Arbeitnehmer am Montagabend im Alten Rathaus und kam sofort zum Thema. "Wir würdigen mit dem heutigen Empfang ganz besonders das Engagement der Arbeitnehmervertreter, denn sie setzen sich seit vielen Jahren für die berechtigten Interessen der Arbeitnehmer ein." Sie stellte fest, dass der Kreis Recklinghausen mit 620.000 Einwohnern der am stärksten besiedelte Kreis Deutschlands ist und "über 80.000 Menschen Mitglieder einer Gewerkschaft sind". Mit Blick auf die Europawahl kommentierte sie , "dass die EU das beste Friedensprojekt der letzten Jahrzehnte" ist.

"Europa. Jetzt aber richtig"

Unter Applaus trat dann Norbert Sperling an das Rednerpult. Der Gewerkschaftler kam schnell auf den Punkt, konnte sich aber humorvoll unter dem Lachen der Zuhörer nicht verkneifen, dass es immer dann, wenn er nach Haltern kommt, regnet. Für Sperling war die europäische Idee, verbunden mit 70 Jahren Frieden, eine wertvolle Herzenssache. Das Zusammenwachsen, die Freiheit und den daraus resultierenden Frieden hob er hervor und ging auf das diesjährige Thema der Gewerkschaften "Europa. Jetzt aber richtig" ein. Zwei große Ereignisse stehen für die Gewerkschaften an. Am 1. Mai, der als Feiertag in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, werden die Arbeitnehmer und Gewerkschaften in Deutschland wieder gemeinsame Solidarität zeigen. Am 26. Mai entscheidet sich bei der Europawahl für die nächsten fünf Jahre die Zukunft Europas in einer globalisierten Welt.

"Wer in der Demokratie schläft, der wacht in der Diktatur auf"

Sperling mahnte ein gemeinsames Auftreten Europas, das gemeinsam handelt, aber auch regionale Besonderheiten zulässt, an, um nicht Chancen zu vernichten. Ganz Gewerkschaftler forderte er: EU-einheitliche Mindestlöhne, die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit oder die Erhebung von Steuern bei europaweit agierenden multinationalen Konzernen. Unter dem Beifall der Zuhörer warnte er vor den derzeitigen rechtspopulistischen Entwicklungen und der AfD, denn: "Wer in der Demokratie schläft, der wacht in der Diktatur auf. Daher weg mit der AfD, weg mit den Rechtspopulisten in diesem Land und in Europa." Zustimmendes Nicken im Publikum: Sperling hat den Nerv seiner Zuhörer getroffen.

Vom Frauenwahlrecht, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, schlug er einen Bogen zu Deutschland als Dumpinglohnland, in dem viele mit ihrem Einkommen "nicht mehr ihr Leben, geschweige denn ihre Familien versorgen" können. Die sozialen Themen reihten sich aneinander: Altersarmut, Wohnungsnot und der geringe Wohnungsbau forderten ihn heraus. Zum Ende, beim Thema Klimapolitik, zeigte er Sympathie für die Ideen Greta Thunbergs. "Wer sich für die Zukunft dieses Planeten engagiert, der begeht kein Unrecht, auch wenn er hierzu mal ein paar Stunden nicht in der Schule ist."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Bildergalerie und Video: So liefen die Martinsumzüge in Herten
Bildergalerie und Video: So liefen die Martinsumzüge in Herten
Bewaffneter Überfall auf "Penny" - Täter ist auf der Flucht
Bewaffneter Überfall auf "Penny" - Täter ist auf der Flucht
Bahnstrecke in Recklinghausen für zehn Tage gesperrt - was Bahnkunden wissen müssen
Bahnstrecke in Recklinghausen für zehn Tage gesperrt - was Bahnkunden wissen müssen
Ekel-Fund am Kanal in Datteln: Spaziergänger entdecken eine Plastiktüte - der Inhalt schockiert
Ekel-Fund am Kanal in Datteln: Spaziergänger entdecken eine Plastiktüte - der Inhalt schockiert
Närrisches Geheimnis ist endlich gelüftet - das ist das neue Prinzenpaar der Stadt Oer-Erkenschwick
Närrisches Geheimnis ist endlich gelüftet - das ist das neue Prinzenpaar der Stadt Oer-Erkenschwick

Kommentare