Musik und Nachdenkliches

Halterns Bürgermeister wünscht sich mehr Zufriedenheit

Haltern - Die Stadt lebt nicht mehr auf Pump, der Bildungsstand ist beispielhaft hoch, die Arbeitslosenquote exemplarisch niedrig. Die Halterner leben auf der Sonnenseite. Dennoch ist der Bürgermeister nicht immer glücklich.

Über 500 Gäste versammelten sich Sonntag in der Schulzentrums-Aula, um mit ihrem Bürgermeister, seinen Stellvertretern und auch gegenseitig Neujahrswünsche auszutauschen - und ebenso, um mit den Darbietenden der Musikschule und Leiterin Verena Voß lautstark zu singen: "Oom-pah-pah". Es handelt sich um ein Lied aus dem neuen Musical "Oliver". Selten gingen die Gäste des Empfangs so beschwingt wieder aus der Aula ins neue Jahr hinaus.

Gute LebensqualitätZwischen Trompetensolo (Kai Diekamp) und Klaviermusik (Verena Voß) gehörte Bodo Klimpel das Wort. Einem Stadtführer gleich führte er die Gäste an die "Schauplätze" ihrer Stadt. "Wir haben es gemeinsam geschafft, die Lebensqualität weiter zu verbessern", sagte der Bürgermeister. Er führte als Bauprojekt die neu gestaltete Stadtmühlenbucht an, die die Nordseite des Sees erheblich aufgewertet habe. "Die kritischen Stimmen sind nach meiner Wahrnehmung leiser geworden."

Klimpel ging explizit auf die Bemühungen um gute Kinderbetreuung und Bildung ein. Dabei erwähnte er den neuen Martin-Luther-Kindergarten (Kosten: 1,5 Millionen Euro) und die Planungen für den Fünf-Gruppen-Kindergarten an der Lohausstraße (Kosten: drei Millionen). Die Stadt zahle pro Jahr rund 4,6 Millionen Euro für die Betreuung von Kindern, pro Platz deutlich über 3000 Euro.

"40 Prozent aller unter Dreijährigen haben einen Kita-Platz, das ist ein Spitzenwert im Kreis." Gute Förderung bedeute aber nicht, allen Elternwünschen zu 100 Prozent gerecht werden zu können, sagte er den Kritikern.

Parallel kümmere sich die Stadt um eine gute Ausstattung der Schulen. Der neue Gesundheits- und Bildungsbericht zeige, wie gut Haltern im Bildungsbereich aufgestellt sei - "als statistischer Ausreißer!"

Weitreichende Breitbandversorgung, auch in entlegenen Gebieten, die Integration von Geflüchteten, starkes Ehrenamt und ein Demokratieverständnis, das sich auf christlicher Pflicht und humanitärer Tradition gründe, führte Klimpel als weitere Stärken Halterns an. Insgesamt leben 38.708 Bürger in einer Stadt, in der es sich aus Sicht von Klimpel gut lernen und arbeiten lässt, in der viele zusammenstehen, um das kommunale Gewölbe zu stützen. Und doch gebe es Menschen, die permanent unzufrieden seien. "Damit bin ich nicht immer glücklich", sagte der Bürgermeister.

Stehende OvationenEr zitierte die Zeilen aus einem "Guten Morgen" der Halterner Zeitung, die ihm sehr aus dem Herzen sprächen. Unter dem Titel "Unnötig unglücklich" wurden die Halterner darin zur Zufriedenheit ermuntert. Klimpel zitierte zusätzlich ein böhmisches Sprichwort: "Wenn du Essen auf dem Tisch und Liebe im Herzen hast, kannst du nie lange unglücklich sein." Großer Applaus für den Bürgermeister. Dann stimmte die Musikschule die Gäste mit bravourösem Chorgesang, Orchestermusik und Ausschnitten aus dem neuen Musical "Oliver", das im Mai in Dülmen aufgeführt wird, auf das neue Jahr ein. Seit September hatten die Musiker ihren Auftritt einstudiert. Stehende Ovationen waren der Lohn. Musikschulleiterin Verena Voß dankte allen Mitwirkenden, ihrem Kollegium und dem Förderverein, ohne dessen Unterstützung ein solches Gastspiel nicht möglich gewesen wäre. Außerdem verneigte sie sich vor den Gästen: "Sie waren ein ermutigendes Publikum."

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