Nach Sturm Friederike

Bis zum 18. Februar bleiben Wälder gesperrt

Haltern - Der 1502 erbaute Siebenteufelsturm, ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigung, gilt als ein bedeutendes Wahrzeichen Halterns. Gestern stiegen ihm Bauarbeiter aufs Dach. Denn nach Sturm Friederike hatten sich Dachpfannen gelöst und große Löcher zurückgelassen. Nach dem Sturm bleiben die Wälder noch länger gesperrt.

Die alten Ziegel des Turmdaches waren auf die Straße geschlagen und hatten auch eine Schaufensterscheibe zertrümmert. Tagelang war die Turmstraße aus Sicherheitsgründen gesperrt, die Einbahnstraßenregelung auf dem Gantepoth wurde kurzzeitig aufgehoben. Das Bauunternehmen Mertmann kam am Donnerstagmorgen mit einem Kran, um Mitarbeiter einer Firma aus Oer-Erkenschwick an die Spitze des Turms zu heben. Diese stopften die Löcher provisorisch mit blauen Planen und sicherten die Dachschindeln mit einer Netzüberdeckung vor weiteren Schäden.

Die Arbeiten konnten nicht ganz beendet werden, deshalb hebt die Stadt die Sperrung der Turmstraße bis zur Einmündung Gantepoth erst im Laufe des Freitag auf. . Die eigentliche Reparatur des Versicherungsschadens kann allerdings erst starten, wenn das Denkmalschutzamt Münster über die Ausführung entschieden hat. Der Zeitpunkt steht laut Auskunft der Stadt noch nicht fest. Wenn das Dach fachmännisch ausgebessert wird, muss die Turmstraße erneut gesperrt werden.

Der Turm ist aus Ziegeln gebaut. Seit dem 19. Jahrhundert fehlte ihm das Dach. Es wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgesetzt, um den Turm gegen Witterungsschäden zu schützen.

Das Waldbetretungsverbot ist zunächst bis zum 18. Februar verlängert worden. Die aktualisierte ordnungsbehördliche Verordnung des Landesbetriebs Wald & Holz NRW für den Kreis Recklinghausen gilt nicht nur in den Forstgebieten der Hohen Mark und der Haard, sondern bezieht sich ausnahmslos auf alle Wälder. Darauf weist die Stadtverwaltung Haltern am See hin.

Gemäß dem ersten Zwischenbericht über die Sturmschäden durch Sturmtief "Friederike" im Stadtforst Haltern am See wird die Aufarbeitung des Sturmholzes nur unter erschwerten Bedingungen erfolgen können. Es wird noch mit etwa zehn bis 15 Prozent Nachbrüchen gerechnet, die sich aus den Folgen des Orkans ergeben. In den Wäldern haben die Baumarten Buche und Eiche vorwiegend durch Kronenbrüche Schaden genommen. Die Fichten als Flachwurzler haben auf dem durchweichten Waldboden zumeist keinen Halt mehr gefunden und sind mitsamt des Wurzeltellers geworfen worden. Stark betroffen sind zudem einige Durchforstungsflächen aus 2017, auf denen es zu sogenannten Flächenwürfen gekommen ist.

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