Projektwoche

Der Tod geht auch Grundschüler etwas an

Die Viertklässler der Marienschule haben sich in einer Projektwoche mit dem Tod auseinandergesetzt. Das sei schon in dem jungen Alter wichtig.

Der Tod ist ein schwer zugängliches Thema, besonders für Kinder könnte man meinen. Die Ambulante Hospizgruppe Haltern sieht das anders. Sechs Betreuer haben mit der Koordinatorin der Hospizgruppe Verena Cornelius die Projektwoche "Hospiz macht Schule" mit den Viertklässlerin der Marienschule durchgeführt.

Fünf Tage lang von Montag bis Freitag haben sich die Schüler der Klasse 4A mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinandergesetzt. Zum Abschlussfest am Freitag haben sie ihre Familien eingeladen.

Vor Start der Projektwoche hat es bereits einen Elternabend gegeben. "Die Eltern oder auch Großeltern haben teilweise viel mehr Berührungsängste mit dem Tod als die Kinder", sagt Christoph Reinhold, einer der Betreuer.

"Die Kinder sind neugierig und fragen, wie tief denn so ein Grab sein muss. Die Eltern haben da ganz andere Gedanken im Kopf und gehen das Thema viel emotionaler an. Das man auch schon in dem jungen Alter über den Tod spricht, sei sehr wichtig, sagen die Betreuer.

"Je früher die Schüler damit konfrontiert werden, desto eher und besser kommen sie auch mit dem Tod zurecht", sagt Betreuerin Karola Hähner.

Es ist wichtig, die Kinder mitzunehmen

Christoph Reinbold stimmt zu: "Es gibt Eltern, die ihre Kinder nicht mit zum Friedhof nehmen und sie so schützen wollen. Das ist der falsche Weg. Es ist wichtig, die Kinder mitzunehmen und ihnen zu erklären, dass nicht nur die Geburt, sondern auch der Tod mit zum Leben gehört", sagt Reinhold.

"Je unbefangener sie an das Thema herangehen, desto weniger Ängste haben sie davor." In der Projektwoche sind die Schüler verschiedene Stationen durchlaufen. Als es um das Thema "Krankheit und Leid" ging, wurden die Schüler von Dr. Heinz Dallmer besucht und konnten ihn mit Fragen löchern wie "Was ist Krebs?" oder "Wie entsteht er?".

Der dritte Projekttag sei ein kritischer Tag gewesen, sagte die Klassenlehrerin Jutta Strüwe. Die Schüler schauten sich einen Film aus der Serie "Willi wills wissen" an. Es ging um die Geschichte eines sterbenskranken Patienten und auch darum, wie man ein Grab aushebt und einen Sarg herrichtet.

Die Thematik des Films habe einige Kinder zum Weinen gebracht. "Einige haben sich in dem Augenblick daran erinnert, wie es war, als die Oma oder das Haustier gestorben sind. Darüber wurde dann gesprochen", sagt Jutta Strüwe. Das Klassenzimmer der 4A ist geschmückt mit bunten Plakaten, Bildern und Fotos, die während der Projektwoche entstanden sind.

Auf einem Tisch stehen Blumentöpfe mit Feuerbohnen. "Die Kinder haben die Pflanzen umgetopft und die Blumentöpfe bemalt.

Es ging darum, dass das Leben auch nach dem Tod eines geliebten Menschen weitergeht und dass man wieder neue Kraft schöpft", sagt die Lehrerin. Auf Plakaten in Wolkenform haben die Schüler festgehalten, was sie gerade beschäftigt.

"Ich bin traurig, weil einer aus meiner Familie gestorben ist", "Ich bin erkältet" oder "Ich hatte Läuse" schrieben die Schüler.

Betreuer zollt "großen Respekt"

Beim Abschlusstag waren nicht nur die Eltern, sondern auch Tanten, Onkel und die Großeltern dabei, um zu erfahren, was ihre Schützlinge in den vergangenen Tagen gemacht haben. "Das verdient meinen großen Respekt. Nahezu jedes Kind wurde von einem Familienmitglied begleitet. Danke dafür", sagt Betreuer Josef Matzner.

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