Prozess-Auftakt

Versuchter Mord und Brandstiftung: Halterner steht ab Montag in Essen vor Gericht

Wegen versuchten Mordes, Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung steht ab Montag ein Halterner vor dem Schwurgericht in Essen. Die Tat hat er bereits gestanden.

Weil er mit Brandbeschleuniger ein Haus an der Recklinghäuser Straße in Brand gesteckt haben soll, steht ab Montagmorgen ein Halterner vor dem Schwurgericht in Essen. Der 24-Jährige ist wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Brandstiftung angeklagt.

Demnach soll der Halterner gegen 1.30 Uhr nachts am 27. Oktober 2018 an mehreren Stellen vor dem Haus, darunter eine Fußmatte, mit Brennflüssigkeit begossen und angezündet haben. Die Haustür und Teile des Hausflures steckte er in Brand. Eine Bewohnerin im Erdgeschoss wurde durch einen Feuermelder geweckt und flüchtete durch die Terrassentür.

Zwei Bewohner des Obergeschosses - 82 und 86 Jahre alt - wurden von der Feuerwehr über eine Drehleiter gerettet. Beide erlitten eine Rauchvergiftung und wurden zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Ein Nachbar, der versucht hatte, die brennende Fußmatte zu löschen, erlitt ebenfalls eine Rauchvergiftung.

24-Jähriger dachte, seine damalige Partnerin sei fremdgegangen

Laut Anklage soll der Halterner am Vortag erfahren haben, dass seine damalige Partnerin mit ihrem Ex-Freund fremdgegangen sei. Weil er angenommen habe, der Ex-Freund wohne in dem Haus an der Recklinghäuser Straße, soll sich der 24-Jährige zu der Tat entschieden haben. "Tatsächlich handelte es sich bei dem Ex-Freund um den Enkel einer Hausbewohnerin, der dort jedoch nie gewohnt hatte", heißt es von dem Schwurgericht in Essen.

Im Falle einer Verurteilung droht dem Tatverdächtigen eine lebenslängliche Haftstrafe wegen versuchten Mordes. Unter strafmildernden Umständen könnte sich die Haftzeit auf 15 Jahre reduzieren. Strafmildernd wirkt laut Dr. Thomas Kliegel, stellvertretender Pressesprecher am Landgericht Essen, etwa, wenn ein Angeklagter vorab nicht noch weitere Taten ausübte. Auch die Tatsache, dass während einer Tat Drogen oder Alkohol im Spiel waren, könne eine strafmildernde Wirkung haben.

Nach einer Öffentlichkeitsfahndung mithilfe von Kameraaufnahmen im Bereich des Hauses wurde der tatverdächtige Halterner Ende November nach Hinweisen einer Zeugin festgenommen. Der heute 24-Jährige hat die Tat gestanden.

Nach dem Verhandlungstermin am Montag wird der Prozess an folgenden Tagen fortgesetzt: am 23. Mai (Donnerstag), 3. Juni (Montag) und 7 Juni (Donnerstag) jeweils um 9 Uhr im Saal 101 des Landgerichtes Essen.

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