Psychische Erkrankung

Pro Anima bietet Lesereihe für Kinder im Umgang mit psychisch kranken Eltern in Haltern

Gemeinsam mit drei Grundschulen organisiert die Pro-Anima-Stelle der Caritas eine Lesereihe zum Thema psychisch kranke Eltern. Damit wollen sie die Kinder sensibilisieren und stärken.

Wenn Eltern psychisch erkranken, dann können Kinder in ihren Familien in die Erwachsenenrolle fallen, weiß David Schütz vom Caritasverband Datteln und Haltern am See. Deshalb veranstaltet die Pro-Anima-Stelle des Caritasverbandes gemeinsam mit der Silverbergschule und den Grundschulen des Schulverbandes Flaesheim-Hullern Anfang Oktober eine Lesereihe zu dem Thema.

Die Autorin Claudia Gleimann hat Ende August 2014 gemeinsam mit der AOK das Buch "Papas Seele hat Schnupfen" veröffentlicht und sensibilisiert bundesweit für das Thema psychische Erkrankungen bei Eltern. Genau das Ziel haben Pro Anima und die Schulen in Haltern. Die Hauptfigur in dem Buch ist Nele. Sie wächst in einer Zirkusfamilie auf. Ihre Welt ist bunt und fröhlich. Bis eines Tages die Seele ihres sonst so starken Papas einen "Schnupfen" bekommt. Er wird psychisch krank. Doch mithilfe des Dummen August lernt Nele die Krankheit ihres Papas kennen und auch, dass auch die Seele und nicht nur der Körper mal krank werden kann.

Autorin liest vor und kommt mit Kindern ins Gespräch

Vom 9. bis 11. Oktober ist die Autorin Claudia Gliemann vormittags in den dritten und vierten Klassen täglich in jeweils einer Schule für zwei Stunden anwesend, um aus dem Buch zu lesen, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen und mit ihnen zu singen. "Die Kinder lernen dadurch, dass sie in keiner normalen Situation sind, wenn sie sich um ihre Eltern kümmern", sagt David Schütz.

Etwa, wenn eine Achtjährige morgens die Tabletten ans Bett der Mutter oder des Vaters bringt. Das Schöne dabei sei, dass die Kinder das Gelernte an die Eltern weitergäben, sagt die Leiterin der drei Grundschulen Veronika Beher. "In den Schulen gibt es ein großes Bewusstsein für das Thema", sagt Schütz. "Wenn wir hier vernetzt sind, können wir wunderbar miteinander arbeiten." Sie sei froh, dass die Pro-Anima-Stelle jetzt wieder besetzt sei, sagt Veronika Beher. Am 1. September hat die ausgebildete Sozialarbeiterin Marion Schorn die hauptamtliche Stelle von Aurelia Gülden übernommen. Zuvor war die Stelle einige Monate unbesetzt. Dass nun solche Projekte weiterliefen, sei eine Folge davon.

"Keiner braucht sich zu schämen oder zu verstecken"

Bei der Zusammenarbeit zwischen Pro Anima und Schulen ginge es schließlich auch darum, ein Tabu zu brechen, damit es selbstverständlich werde, darüber zu sprechen, sagt Schütz. "Keiner braucht es zu verstecken oder sich zu schämen, wenn eine psychische Erkrankung ihn ereilt."

Neben den Schulprojekten werden nachmittags auch die Lehrer der Schulen für den Umgang mit Kindern psychisch erkrankter Eltern sensibilisiert. Für Interessenten bietet Pro Anima in Kooperation mit der Stadtbücherei am Dienstag (9. Oktober) von 19 bis 21 Uhr eine Lesung aus dem Buch gemeinsam mit der Autorin an. Das Duo Herzweg begleitet die Lesung mit thematisch passenden Liedern. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

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