Schmeddingstraße

Staatsanwaltschaft hüllt sich nach möglicher Sexualstraftat in Schweigen

Haltern - Vor fast einem Jahr soll eine 40-Jährige aus Herne von einem jungen Mann in einer Asylunterkunft vergewaltigt worden sein. Seitdem ist nur wenig Licht in den Fall gekommen. Eine Chronologie.

"Es hat sich noch nichts Neues ergeben", heißt es in einer E-Mail der Staatsanwaltschaft Essen, die unsere Redaktion Anfang August auf die Frage hin erreicht, ob in der Zwischenzeit neue Erkenntnisse zutage getreten sind. Es ist unsere vierte Anfrage seit Mai. Immer ist die Antwort kurz und knapp. "Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch nicht abgeschlossen. Weitergehende Auskünfte erteilen wir nicht", lautet es etwa Anfang Mai. Dabei hieß es Anfang September 2017 seitens der Oberstaatsanwältin Anette Milk: "Es sprechen alle Anzeichen für ein Sexualdelikt."

"Schwerwiegende sexuelle Handlungen"

Am 3. September 2017 hatte die damals 40-jährige Hernerin Anzeige bei der Polizei erstattet. Sie war beim Heimatfest in einer Halterner Kneipe mit einem 22-Jährigen ins Gespräch gekommen. Gemeinsam sollen die beiden von der Lippstraße über den Alten Markt zur Asylunterkunft an der Schmeddingstraße gegangen sein. Dort sollen mehrere Männer "schwerwiegende sexuelle Handlungen" an der Frau vorgenommen haben, hieß es damals seitens der Polizei. Die suchte im Anschluss nach Zeugen, die das Anbändeln zwischen der Frau und dem 22-Jährigen in der Kneipe beobachtet hatten. Kurze Zeit später meldeten sich mehrere Zeugen bei der Polizei.

Verdächtiger kommt wieder frei

Wenige Tage später konnten die Beamten den 22-jährigen Tatverdächtigen festnehmen. Weil ihm keine eindeutige Beteiligung an den sexuellen Handlungen nachgewiesen werden konnte, kam er wieder frei. Am Nachmittag des 11. Septembers hingen 10 bis 15 Personen vor der Unterkunft ein Plakat mit der Aufschrift "Achtung, Vergewaltigungsgefahr" an dem Haus auf. Die Polizei sprach Platzverweise aus. Kurz darauf zog die Gruppe mit einem neuen Banner durch die Innenstadt.

Mitte September distanzierten sich Halterner Geflüchtete von der Tat, indem sie auf dem Alten Markt Blumen und Bonbons mit Botschaften verteilten. Sie forderten, dass die Schuldigen von der Justiz bestraft werden.

Genau vier Wochen nach der vermeintlichen Tat teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Betroffene Zeit brauche, um das Geschehene zu verarbeiten und detaillierte Angaben zu Tathergang und Verdächtigem machen zu können. Es könne Monate dauern, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien. Je mehr Leute an einer Straftat beteiligt seien, desto länger dauerten auch die Ermittlungen, so Milk. Das war Mitte November.

Der Rest der Falles liegt im Dunkel.

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