Schwindelerregende Preise

In der Kleinstadt Haltern sind die Mieten hoch

Haltern. - Mieten in Haltern sind hoch. Haltern als Einfallstor zum Münsterland und Ausgangspunkt fürs Ruhrgebiet kann bei vielen Wohnungssuchenden punkten. Doch wer wenig Geld auf der Tasche hat, geht meistens leer aus. Das sind Familien mit Kindern, junge Leute oder ausländische Mitbürger. Eine Bestandsaufnahme.

In Haltern lässt es sich gut wohnen. Doch nur, wenn man Geld hat. Denn im kleinen Haltern sind die Mieten hoch. Alleinstehende oder Familien mit Kindern und junge Leute ziehen häufig woanders hin. Wer in Haltern eine große Mietwohnung in guter Lage hat, zahlt für seinen Wohntraum. 9,29 Euro pro Quadratmeter (qm) beträgt die Kaltmiete für eine nach 2011 errichtete Mietwohnung in Spitzenwohnlage. Das läppert sich zu einer Kaltmiete von 929 Euro bei 100 qm. Haltern liegt dabei nahe am Münsteraner Niveau (9,80 Euro/qm) und deutlich über dem durchschnittlichen Mietpreis in Nordrhein-Westfalen (7,73 Euro/qm) oder gar dem bundesdeutschen Schnitt (7,49 Euro/qm). Die Zahlen verraten: Haltern ist teuer, weil die Wohnlage gefragt ist und die Nachfrage brummt.

Händeringend versucht die Stadt, neue Wohnbaugebiete auszuweisen. Fakt ist aber: "Die uns im Flächennutzungsplan zugewiesenen Flächen für die Neuausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen reichen bei Weitem nicht aus, unseren Bedarf zu decken", sagte Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel auf Anfrage. Und er sagte auch: "Wir nähern uns der 40.000-Einwohner-Grenze. Wir wachsen, weil wir verstärkt Zuzüge aufweisen und auch wegen der steigenden Geburtenraten." Nicht akzeptieren kann der Bürgermeister, dass Nachbarstädte, die zum Münsterland gehören im Gegensatz zu Haltern, das zum RVR-Gebiet Essen zählt, "mehr als das Zehnfache an neuen Flächen für Gewerbe und Wohnen zugewiesen bekommen".

Nur noch über Vitamin B

Den Preis für die begrenzten Möglichkeiten zahlen all die Wohnungssuchenden in Haltern, die nicht so viel Geld in der Tasche haben. "Bezahlbare Wohnungen sind nur noch über Vitamin B zu bekommen", schrieb Tanja Rasch auf unsere Umfrage zu den Mietbedingungen in Haltern. Sie schildert, wie ihre Freundin mit Kindern in eine andere Stadt ziehen musste, weil sie in Haltern keinen bezahlbaren Wohnraum fand. Und Hartwig Kösters ergänzte: "Bezahlbarer Wohnraum? Nur, wenn zwei Leute verdienen. Junge Leute haben keine Chance." Jörg Burgard meinte, dass "Haltern die klare Aussage zur Innenraumverdichtung fehlt": "Die Politik ist noch gar nicht sensibel genug dafür, was möglich wäre." Haltern als Brücke nach Münster und zum Ruhrgebiet habe deutlich mehr Potenzial, das aber aus seiner Sicht nicht ausgeschöpft werde.

"Normaler MarktmechanismusRobin Zürn kommentierte die Mietpreise in Haltern wie folgt: "Die Preise sind Ergebnis eines normalen Marktmechanismus." Anette Brachthäuser, Baudezernentin, brachte die Diskussion in einem Interview mit unserer Zeitung auf den Punkt: "Für Haltern berechnet der Gebietsentwicklungsplan geringe Entfaltungsmöglichkeiten. Haltern werden nur knapp 20 Hektar für neue Wohn- und Gewerbegebiete zugestanden. Das ist nicht ausreichend."

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