Soziale Kompetenzen

Halterner Schulprojekt mit Kamerateam aus Los Angeles

In einem Projekt haben Schüler sich mit ihren sozialen Kompetenzen auseinandergesetzt. Begleitet wurde die Abschlusspräsentation von einem professionellen Kamerateam aus Los Angeles.

Von A wie Achtsamkeit bis Z wie Zuverlässigkeit: 15 Schüler aus den neunten Klassen der Joseph-Hennewig-Schule und der Alexander-Lebenstein-Realschule beschäftigten sich in einem gemeinsamen Projekt über mehr als vier Monate mit dem großen Spektrum der sozialen Kompetenzen. Das Motto: leben und leben lassen. Am Mittwoch haben sie das Projekt und ihre daraus gewonnenen Erfahrungen vor Publikum präsentiert.

Anwesend waren unter anderem Lehrer, Eltern, Mitschüler sowie Vertreter der Stadt, des Caritas, des Fördervereins der Joseph-Hennewig-Schule sowie der Sponsoren. "Ohne Sponsoren wäre dieses Projekt gar nicht möglich", sagt Projektleiterin Kirstin Damm. Auch Bürgermeister Bodo Klimpel ließ es sich nicht nehmen, vor Ort zu sein.

"Hochengagierte Schüler mit sehr viel Engagement"

"Wir haben erreicht, dass wir nun offener zu Menschen sind und haben gelernt, uns gegenseitig zu akzeptieren und zu tolerieren", ließen die Schüler bereits zu Beginn der Abschlusspräsentation keine Zweifel daran, dass sie aus diesem Projekt, das 2002 zum ersten Mal stattfand, wertvolle Erfahrungen fürs Leben mitnehmen.

Auch die beiden Gruppenleiterinnen Lisa Buttgereit und Belinda Becker blicken begeistert auf die Zusammenarbeit zurück und sprachen von "hochengagierten Schülern mit sehr viel Engagement und Durchhaltevermögen".

"Unglaublich viel gelobt, gestützt und gestärkt"

Das Projekt basierte auf verschiedenen Säulen. Gestartet ist es bereits im November vergangenen Jahres mit wöchentlichen Gruppentreffen, anschließend kam es zu Praxiseinsätzen in sozialen Einrichtungen, zu einem Teambuilding-Tag im Halterner Kletterwald sowie zu einem Tanz-Flashmob in Essen, den die Schüler eigenverantwortlich auf die Beine gestellt haben.

"Am Anfang war es für die Schüler etwas schwer, sich zu finden", sagt Buttgereit. "Insbesondere die Praxiseinsätze waren mit Scheu verbunden. Doch die Schüler haben sich schnell sortiert und sich mehr zugetraut. Besonders beeindruckend fand ich, dass sie sich gegenseitig unglaublich viel gelobt, gestützt und gestärkt haben", sagt sie stolz.

So ging es in den Gruppentreffen zunächst darum, "die eigenen Stärken und Schwächen herauszuarbeiten", sagt Buttgereit. "Die Stärken und sozialen Kompetenzen der Schüler haben wir dann gemeinsam weiter ausgebaut und erweitert." Auch der Zusammenhalt sei größer geworden und die Gruppe habe sich einfach "super entwickelt", sagt sie. Erreicht wurde dies durch etwa Rollenspiele, Gespräche und Übungen.

"Besonders die Übungen in den Gruppentreffen haben mir viel Spaß gemacht", erzählt die 15-jährige Vaite. "Daraus habe ich viel mitgenommen." Auch ihr Klassenkollege Husein blickt positiv auf das Projekt zurück: "Ich war zuvor etwas hyperaktiv und bin nun viel ruhiger und gelassener in der Schule. Ich bin jetzt konzentrierter und habe auch keine Angst mehr, vor Gruppen zu sprechen."

"Wichtig für Integration und Akzeptanz der Flüchtlinge"

Die Übungen wurden zum Teil auch in die lebendige Abschlusspräsentation integriert. Bei einer Übung wurden beispielsweise Bälle hin- und hergeworfen, um Kompetenzen wie Teamwork und Vertrauen zu stärken. Als Gast auf der Bühne und Teil der Übung: Bürgermeister Bodo Klimpel.

"Es ist ein unglaublich wichtiges Training und bietet jungen Leuten die Chance, Selbstbewusstsein aufzubauen", sagt er rückblickend. Teil des Projektes waren in diesem Jahr erstmals auch Flüchtlinge. "Das Projekt ist überaus wichtig für die Integration und die Akzeptanz der Flüchtlinge", so Klimpel.

"Der Gesellschaft etwas zurückgeben"

Sehr treffend fasste Schulleiterin Dagmar Perret die Relevanz des Projektes zusammen: "Es ist wertvoll, da zum einen die eigenen Sozialkompetenzen gestärkt wurden. Zum anderen geht es darum, dass die Schüler der Gesellschaft etwas zurückgeben", sagt sie. "Man hat manchmal das Gefühl, unsere Gesellschaft vereinsamt etwas und das Miteinander geht verloren. Dem kann man gar nicht genug entgegenwirken."

Im Anschluss an die Präsentation erhielten die Schüler Zertifikate vom Bürgermeister persönlich - und nehmen so nicht nur wertvolle Erfahrungen für ihr Leben, sondern auch etwas Handfestes für ihren Lebenslauf mit.

Übrigens: In diesem Jahr wurde die Projektgruppe von ehemaligen Projektteilnehmern begleitet und am Mittwoch war ein Kamerateam aus Los Angeles vor Ort. Ziel ist es, einen Werbefilm zum Projekt zu drehen, um die Öffentlichkeit auf das Projekt in Haltern aufmerksam zu machen. Geplant ist zudem, diesen Film im Lea-Drüppel-Theater vorzuführen.

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