Spendenaktion

Halternerin bastelt für das Wohl der Tiere

LIPPRAMSDORF - Stunde um Stunde, Seite um Seite faltet Barbara Große-Vorholt filigranen Fensterschmuck. Das kam nun dem Katzengnadenhof zugute.

Für Ungeduldige ist das Hobby von Barbara Große-Vorholt nichts. Oft faltet die Lembeckerin stundenlang Seite um Seite, bis aus einem alten Gesangbuch ein filigraner Fenster- oder Baumschmuck wird. "Die Stunden kann man nicht zählen", sagt die 59-Jährige. Aber das Ergebnis ist es, für das sie ihre Zeit gerne verschenkt.

750 Euro kamen für die Katzen zusammen

Beim letzten Kreativmarkt in Haltern hat Barbara Große-Vorholt ihre Arbeiten verkauft. Nicht für sich, sondern für einen guten Zweck. "Ich habe für den Katzengnadenhof 750 Euro eingenommen", sagt sie glücklich. Eins-zu-eins hat sie das Geld den Katzen dort zur Verfügung gestellt: "Die Perlen oder auch die farbigen Papiere, die ich kaufe, sind meine Spende. Ich wollte nichts an Materialkosten vom Erlös nehmen."

So fuhr sie zum "Fressnapf" und kaufte das, was die Tiere im Gnadenhof brauchten. Von ihren "Wünschen" wusste sie, weil diese, kurz vor Weihnachten, an einem Baum im Markt hingen. "Mein Kofferraum war voll mit Schnuffelkissen, Liegedecken und Futter für eine nierenkranke Katze." Die Ehrenamtlichen am Gnadenhof - "die so unglaublich viel tun und wogegen mein Einsatz nichts ist" - umarmten sie. "Und als ich dann noch sieben Gutscheine überreichen konnte, war das wirklich sehr schön", erinnert sie sich an die Freude der Helfer.

Dass ihre Kreativität mal jemandem anders außer ihr selbst Freude machen würde, hätte sie vor einem Jahr noch nicht gedacht. "Da sah ich so ein gefaltetes Ornament bei fremden Menschen im Fenster hängen und habe gedacht: Das kann ich auch."

Erstes Projekt kostete acht Stunden Arbeit

Ihr erstes Projekt war ein uraltes Buch ihrer verstorbenen Tante. King Richard von Shakespeare. "Acht Stunden habe ich daran gearbeitet", sagt sie über ihr bisher größtes Projekt. "Perfekt ist es nicht", beäugt sie kritisch ihr Erstlingswerk. Aber ihre Begeisterung war geweckt.

Mit ausrangierten Gotteslob-Büchern, die Küster Ludger Große-Heidermann ihr überließ, übte sie weiter, den Heißkleber auf dem Bund zu verteilen und den Nylonfaden nicht zu verbrennen. Neugierig statteten ihre Verwandten bei einer Familienfeier ihrem Atelier im Keller einen Besuch ab, waren begeistert und suchten sich Dinge aus. Bezahlen sollten sie dafür nicht. Aber spenden.

Im Laufe des Jahres stellte sie dem Gnadenhof Artikel zum Verkauf zur Verfügung. "Und dann war es irgendwann so viel, dass ich mich für den Kreativmarkt angemeldet habe." Mit schlotternden Knien. "Man weiß ja nie, ob anderen das auch gefällt, was man selbst und die eigene Verwandtschaft mag." Jetzt will sie weitermachen. Auf dem nächsten Kreativmarkt, am 15. April in der Halterner Seestadthalle, wird sie wieder verkaufen. Und den Erlös an Tiere spenden.

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