Theater-AG

Die Theater-AG probt für ihr Europa-Stück "We can do better"

Am Joseph-König-Gymnasium probt die Theater-AG für ihr neues Stück. Es geht spielerisch und mit Humor um Europapolitik - für die Schauspieler eine besondere Verantwortung.

Aufstellen, wir fangen beim Gong an", ruft Sabine Schockenhoff durch die Aula. Es ist Sonntagmorgen. Die Schüler sind hellwach, springen auf die Bühne und bringen sich in Position. Nur noch etwas mehr als eine Woche, dann steht die Premiere von "We can do better" an, dem aktuellen Stück der Theater-AG des Joseph-König-Gymnasiums.

Nach dem Gong beginnt die Europahymne, der blaue Vorhang schiebt sich auseinander und der Blick auf sechs Schultische wird frei. U-förmig angeordnet wie in einer Konferenz, auf jedem Platz steht ein kleines Fähnchen. Dann spaziert Italien auf die Bühne: "Ein Land mit Kultur und Lebensqualität", mit Sonnenbrille auf dem Kopf, Goldring am Finger und Ledertasche über der Schulter.

Mit Europa auf Klassenfahrt

In "We can do better" - auf deutsch "Wir können das besser machen" spielt jeder Schüler ein Land - und gleichzeitig auch einen Schüler. Das Stück zeigt Europa als Klassenzimmer, in dem eine Klassenfahrt geplant wird. Manche haben nicht genug Geld, andere wollen nicht mitfahren. Manche verbünden sich, andere streiten.

"Die Idee ist im letzten Jahr entstanden, da es mit dem Schuljubiläum, der Europawoche und natürlich auch mit den Europawahlen genug Anlass gibt, sich mit dem Thema Europa auseinanderzusetzen", sagt Lehrerin Sabine Schockenhoff, die die Regie übernimmt.

Jedes Land mit seinen eigenen Macken und Klischees

Für die Theater-AG ein besonderer Vorschlag: Kein klassisches Stück, bei dem die Handlung im Vordergrund steht. Sondern eins, das abstrakte Politik für Jugendliche verständlich machen soll. "Das ist irgendwie auch eine sehr große Verantwortung, die wir da haben: Für hunderte Schüler ein Bild vermitteln, wie die Lage in Europa aussieht", sagt Matthis Mühlenbrock, im Stück hat er die Rolle Italien. Später kommt er mit einem Pizzakarton auf die Bühne.

Man müsse mit den Klischees spielen, um ein Land als Person eindeutig erkennbar zu machen. Gleichzeitig aber auch aufpassen, nicht zu sehr an den Klischees hängen zu bleiben. "Wir wollen ja ein realistisches Bild abgeben und kein Land einseitig negativ darstellen", sagt er. Selbst die Länder, die in der EU am meisten mitarbeiten, hätten ja auch ihre Macken.

Die Zehntklässlerin Sonja Richter, die Malta spielt, fügt hinzu: "Die Dialoge im Stück greifen fast alle Themen und Probleme auf, die die EU gerade so hat: Umweltschutz, Migration, Korruption, Selbstständigkeit der Nationalstaaten und Brexit." Damit alles auch aktuell ist, musste die ursprüngliche Fassung mit dem Titel "Bitte Anschnallen! - Europa geht auf Klassenfahrt" der Autorin Katja Hensel noch einmal überarbeitet werden.

Die Schüler wollen schwarz-weiß Denken verhindern

Der Politik/Wirtschaft-Kurs mit Lehrerin Nicole Preissler hatte den Text umgeschrieben und an die aktuelle Situation angepasst, schließlich hat die Theater-AG selbst noch an der Inszenierung gefeilt, bis alles stimmte. "Wir wollen kein schwarz-weiß Denken", sagt Matthis Mühlenbrock. Am Ende könne sich jeder seine eigenen Gedanken machen, was er aus dem Stück mitnimmt. "Aber wir wollen schon ein klares Pro-Europa-Bild zeigen."

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