Umstellung auf G9

Neubau am Halterner Schulzentrum wird notwendig

HALTERN - Das Joseph-König-Gymnasium wird aller Voraussicht nach zum Abitur nach 13 Jahren zurückkehren. Das hat Schulleiter Ulrich Wessel bestätigt. "Das wird auch auf eine räumliche Erweiterung hinauslaufen", sagte Wessel im Gespräch am Freitag.

In dieser Woche hatte der Schulleiter in der Lehrerkonferenz ein Votum eingeholt und dort über die weitere Verfahrensweise informiert. Bereits jetzt nutzt das Gymnasium drei Räume der Hauptschule wenige Meter weiter an der Weseler Straße. Bei der Stadtverwaltung gebe es bislang verschiedene Überlegungen, wie man des Raumproblems Herr werden könnte, wenn eine komplett zusätzliche Jahrgangsstufe das Gymnasium besucht. Bis vor einigen Jahren gab es zwar noch das Abitur nach 13 Jahren - seitdem wurden aber mehr Räume für die Themen Inklusion und Integration gebraucht.

Deshalb und wegen hoher Anmeldezahlen an den Grundschulen geht Ulrich Wessel von einem Neubau aus: "Das muss nicht auf dem Gelände des Gymnasiums sein, aber irgendwie wird es am Schulzentrum gehen." Platz gebe es sicherlich, notfalls müsse man zum Beispiel über die Fläche des Bolzplatzes an der Schule nachdenken.

In den kommenden Monaten muss ein neues Schulgesetz in Düsseldorf erarbeitet werden, dazu sind dann neue Lehrpläne nötig. Unter anderem wird noch abschließend geklärt, wann die zweite Fremdsprache gelehrt wird: wahrscheinlich ab der siebten Klasse. Es soll weniger Unterrichtsstunden pro Woche geben, die Schüler sollen nachmittags mehr Zeit für Hobbys bekommen.

Das sogenannte G9 (neun Jahre am Gymnasium) soll in Nordrhein-Westfalen wieder die Regel werden, die Schulkonferenz müsste widersprechen. Die Stadtverwaltung werde erst mit einem Vetorecht eingebunden, falls die Schule weiterhin G8 wolle, erklärt Wessel. Aber das sei in Haltern nach Abstimmungen sowohl bei Schul- als auch Lehrerkonferenz nicht der Fall.

Die Schüler, die im anstehenden Sommer 2018 in die fünfte Klasse des Gymnasiums wechseln, sollen die ersten mit Abitur nach 13 Jahren sein. Das bedeutet, dass es 2026 keine Abiturfeier im Sommer geben wird. "Das hat dann große Auswirkungen auf Studien- und Ausbildungsplätze", so Wessel - ähnlich wie beim doppelten Abiturjahrgang den es wegen der umgekehrten Umstellung vor einigen Jahren gab. "Zunächst brauchen wir aber die Lehrpläne und neue Schulbücher müssen erst noch gedruckt werden", so der 59-Jährige.

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