Unternehmer des Jahres

Peter Heckmann hält ein großes Plädoyer für seine liebenswerte Heimatstadt

Peter Heckmann sieht Haltern gern als gallisches Dorf. Hier halten aber weder Asterix noch Obelix mit ihrem Zaubertrank der Welt stand, sondern Menschen wie der Unternehmer des Jahres.

Zum 18. Mal verlieh die Halterner Zeitung den (undotierten) Preis Unternehmer des Jahres. Bodo Klimpel, Bürgermeister und Jurymitglied, gratulierte Peter Heckmann. "Sie haben eine große unternehmerische Weitsicht und beweisen immer wieder Ihren Mut."

Über 120 Gäste feierten mit dem Preisträger und seiner Familie am Morgen des 25. Januars im Halterner Wasserwerk. Die Stimmung war familiär und freundschaftlich und damit ein gutes Beruhigungsmittel für einen leicht aufgeregten Peter Heckmann. 2004 hatte sein Vater die besondere Ehre erfahren, der nahm es locker und leicht und hielt aus dem Stegreif eine Rede. "Wer mich kennt, weiß, dass genau das nicht zu meinen Stärken zählt", gab sich Peter Heckmann sehr bescheiden. Diese Eigenschaft habe sein Vater bei der Verteilung der Erbmasse leider für sich behalten. Später stellte sich heraus, dass er damit stark untertrieben hatte.

Einfallsreich und teamorientiert

Was ihn in erster Linie auszeichnet, fasste Laudator und enger Freund Toddy Geldmann emotional und humorvoll in Wort und Bild zusammen: die ständige Suche nach cleveren Ideen, Einfallsreichtum, Talent als Teamworker und Leidenschaft. Bürgermeister Bodo Klimpel schätzt an Peter Heckmann vor allem die große Verbundenheit zu Haltern. "Sie bringen die Stadt nach vorne, erhalten und schaffen Arbeitsplätze. Das ist uns allen sehr wichtig und festigt unseren Standort", sagte er in seiner Begrüßung. "2004 haben wir Ihren Vater geehrt, heute Sie und 2032 die nächste Generation", prophezeihte der Bürgermeister.

Ohne Wenn und Aber habe Peter Heckmann diese Auszeichnung verdient, eröffnete Verlagsleiter Christoph Winck die Feierstunde im Wasserwerk. Er begrüßte neben Bürgermeister Bodo Klimpel auch den stellv. Landrat Hilmar Claus, Dr. Daniel Süper (Geschäftsführer Lensing Media), Hermann Beckfeld (Chefredakteur) sowie Berthold Garver-Föcker (Werbemarktleiter Münsterland, Dorsten, Haltern). Unternehmertum verbinde die Zeitung mit der Geschäftswelt, so Verlagsleiter Christoph Winck, ebenso die Herausforderung der Zukunft: "Die Digitalisierung fordert uns alle."

Peter Heckmann sieht seine Heimatstadt gern als gallisches Dorf, das der Welt standhält und wo die Menschen mit ihrem geheimnisvollen Trank Besucher verzaubern und eine dauerhaft lebendige Innenstadt erschaffen. Dazu bedarf es allerdings weder Asterix noch Obelix, sondern einer inneren Einstellung wie sie ein neuer Verein verkörpert: Haltern tut gut. Und hier sind nicht die verrückten Gestalten aus dem gallischen Dorf die Akteure, sondern Menschen wie Peter Heckmann.

2009 übernahm Peter Heckmann von seinen Eltern die Geschäftsführung im Modehaus an der Rekumer Straße. Vater und Sohn, das waren zwei Alphatierchen, die diverse Dispute ausfochten, erinnerte Toddy Geldmann an den Beginn eines erfolgreichen Unternehmertums. "Aber Dein Vater wusste, dass der Familienbetrieb bei Dir in guten Händen liegen wird." Peter Heckmann entwickelte das Haupthaus, das Glashaus als Konzeptstore für Jung und Junggebliebene, stemmte mit dem Modewerk 2012 ein Mammutprojekt und fügte dem Unternehmen 2018 ein weiteres Geschäft in Coesfeld hinzu. "Peter liebt und lebt Haltern", weiß Freund Toddy Geldmann. Als Konsequenz gründete er mit anderen die Halterner Originale, brachte mit Toddy Geldmann und Thomas Haunert die Hot Rod auf die Straße und 250.000 Bienen zum Schwärmen. Er gab auch die Inititialzündung für den neuen Verein "Haltern tut gut". "Peter ist jemand, der mehr tut als seine Pflicht. Von solchen Menschen lebt unsere Gesellschaft, im Besonderen hier in Haltern."

Die Verleihung des von der Halterner Zeitung ausgelobten Preises war der Tag, an dem Peter Heckmann mit prägnanten Bildern in die Zukunft reiste. Nicht wie Marty McFly in einem DeLorean mit Flügeltüren und einem Treibstoff von hoher Energiedichte, sondern mit Rosalie, der Bimmelbahn. Ein digitales Tut-Gut-Ticket öffnet im Jahr 2025 die Türen zur Erlebniswelt Haltern. Die Strecke führt von Lavesum in die Stadt, von dort zum See und wieder zurück und schenkt Urlaubsgefühle. So stellt sich Peter Heckmann die Zukunft vor: "Die Warenversorger werden sich vom Markt verabschieden, Erlebniswelten sind das Zauberwort." Die Stadt werde sonst dauerhaft an Begehrlichkeiten verlieren und der Einzelhandel in seiner Existenz gefährdet. Frequenzverluste, aktuell fast eine vierfache Ware am Markt, Fusionen, Verlust von Loyalität - ein Strukturwandel mit einer hohen Dynamik veranlasse die Unternehmen, die eigene Daseinsberechtigung permanent zu hinterfragen.

Stadt lebendig halten

"Die Luft wird dünner", stellt Peter Heckmann fest. "Ich werde persönlich als Unternehmer meinen Teil dazu beitragen, dass Haltern auch im Jahr 2025 noch pulsiert", versprach er und bat um Solidarität. "Gemeinsam müssen wir ein Konzept entwickeln, um unsere liebevolle Stadt lebendig zu halten."

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