Unterrichtsausfall

Erfassung der ausgefallenen Schulstunden beschäftigt Halterner Lehrer

Jede öffentliche Schule in Nordrhein-Westfalen muss ab August ihren Unterrichtsausfall digital erfassen. An den Halterner Schulen fallen die Reaktionen verschieden aus.

Jede öffentliche Schule in Nordrhein-Westfalen muss ab August ihren Unterrichtsausfall digital erfassen. Mit dieser Idee hatte die neue Landesregierung im vergangenen Jahr um Stimmen geworben. Es soll klar bekannt sein, wo wie viele Stunden ausfallen, um besser planen zu können. Die Details dazu hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in dieser Woche mitgeteilt. An den Halterner Schulen fallen die Reaktionen verschieden aus, wirklich begeistert ist aber niemand. Eine neue Computerlösung sollen die Schulen für die zentrale Erfassung bekommen.

"Stichprobenmäßig haben wir damit schon Erfahrung"

"Stichprobenmäßig haben wir damit schon Erfahrung", sagt Ulrich Wessel, Leiter des Joseph-König-Gymnasiums: "Zwei Wochen lang haben wir den Ausfall schon nach Zuruf erfasst." Er erwarte durch die verpflichtende Veröffentlichung keine größeren Schwierigkeiten, das Land erlasse dem zuständigen Kollegen für die Arbeit eine Unterrichtsstunde pro Woche.

"Wir haben Lehrermangel ohne Ende", sagt Veronika Beher, die gleichzeitig die Grundschulen Silverberg, Flaesheim und Hullern leitet. Wenn für jede dieser Zusatzaufgaben Unterrichtsstunden erlassen werden, blieben einfach nicht Kollegen übrig, um tatsächlich Unterricht zu erteilen. "Ich weiß nicht, wo ich diese Stunden herholen soll", sagt die Schulleiterin.

"Das ist schon sehr viel Aufwand"

Dabei geht es bei der Auswertung ja ausgerechnet um den Unterrichtsausfall. "Deshalb mache ich das zusammen mit einer Sekretärin", sagt Beher, die selbst aktuell gar keinen Unterricht gibt: "Das ist schon sehr viel Aufwand." Gerade weil sie die Erfassung dann eben für drei Schul-Standorte durchführt.

"Viel Aufwand, das ist schon richtig", sagt auch Dagmar Perret, Leiterin der Joseph-Hennewig-Hauptschule. Sie hofft durch die flächendeckende Erfassung auf einen positiven Effekt bei der Stellenbesetzung, wenn auffällt, wie häufig kein Unterricht erteilt werden kann. Es gebe durchaus Wochen, in denen die eine geplante Stunde als Aufwand für die Erfassung reicht. "In den Wintermonaten, wenn viele Kollegen krank sind, sieht das aber anders aus", sagt Perret.

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