Verkehrsunfallstatistik für Haltern vorgestellt

Immer mehr Fahrer flüchten nach Unfall

HALTERN - Die Zahl der Unfälle in Haltern ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Ein anderes Problem bereitet der Polizei aber zunehmend Sorgen.

In Haltern lebt es sich vergleichsweise sicher." Zu dieser Aussage ließ sich am Freitag Karl-Heinz Henn vom Polizeipräsidium Recklinghausen bei der Vorstellung des Verkehrsunfallberichts 2017 hinreißen. Danach ist die Zahl der Unfälle in Haltern gegenüber dem Vorjahr um 30 zurückgegangen. Insgesamt 917 Verkehrsunfälle wurden registriert. 108 Personen kamen dabei zu Schaden - 19 weniger als im Vorjahr.

Um einen Vergleich dieser Zahlen mit denen anderer Kommunen zu ermöglichen, nahm Karl-Heinz Henn die sogenannte Verunglücktenhäufigkeitszahl zur Hilfe. Auf 100.000 Einwohner hochgerechnet, müsse man für das Jahr 2017 in Haltern von 284 Personen ausgehen, die bei Unfällen tödlich, schwer oder leicht verletzt wurden. Im Kreis Recklinghausen sind es 344, im Land Nordrhein-Westfalen sogar 431.

Keine Todesopfer

Tatsächlich aber hatte es im vergangenen Jahr keine Todesopfer in Haltern gegeben, anders als 2016, als ein Mensch ums Leben gekommen war. Die Zahl der verunglückten Radfahrer ist dagegen um 3 auf 34 gestiegen. Gleichzeitig ging die Zahl der verunfallten Fußgänger (7) um drei zurück. Bei den Motorradfahrern wurde mit 18 einer weniger als im Vorjahr verletzt, bei den verunglückten motorisierten Zweiradfahrern ging die Zahl von 24 auf 22 zurück. Die Zahl der verletzten Pkw-Insassen betrug 27 (43).

Unter den Opfern waren sechs Kinder - und damit sechs weniger als 2016, sechs Jugendliche (+3), erneut 18 junge Erwachsene, 56 Erwachsene (minus 15) und 22 Senioren (minus 1). Besonders betroffen waren ältere Menschen dabei als Radfahrer im Straßenverkehr (12/+3).

Unfallursachen

Die häufigste Unfallursache (44 Prozent) bei Unfällen mit schwerwiegenden Folgen bleiben Fehler beim Abbiegen oder Wenden (2016: 36,4). Grund sind laut Henn mangelnde Aufmerksamkeit und falsche Einschätzung der Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer. Vorfahrt-Missachtungen sind bei gut 17 Prozent aller Unfälle Ursache (2016: 15,5 Prozent). Geschwindigkeitsüberschreitungen (13 Prozent), Alkohol- und Drogenkonsum (10,6 Prozent), mangelnder Abstand (8,1 Prozent) und Fehler beim Überholen (4,9 Prozent) sind weitere Gründe.

Besorgniserregend ist mit 215 die Zahl der Verkehrsunfallfluchten - nach 184 im Jahr zuvor. Wie der Leiter der Direktion Verkehr beim Polizeipräsidium Recklinghausen ausführt, handelt es sich hierbei häufig um Parkplatzrempler - Autofahrer, die beispielsweise auf dem Parkplatz eines Supermarkts gegen ein anderes Fahrzeug prallen und dann flüchten. "Hier wollen wir schon bald mit einem speziellen Konzept gegensteuern", erklärte Karl-Heinz Henn. Denn aufgrund mangelnder Hinweise konnten solche Vergehen bislang kaum aufgeklärt werden. Dementsprechend liegt die Aufklärungsquote auch bei lediglich 36,28 Prozent.

"Es geht darum, Zeugen zu motivieren, Hinweise notfalls auch anonym an uns weiterzuleiten", so Henn. Viele Menschen scheuten den Gang zur Polizei aus Angst vor Scherereien.

Bei Unfällen mit verletzten Personen flüchteten immerhin elf Verkehrsteilnehmer (+4).

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