Wohnungsbau

Junge Familien sollen in der Lavesumer Bauerschaft bauen dürfen

Die Lavesumer Bauerschaft Lochtrup soll maßvoll nachverdichtet werden. Die Grünen und auch einige Anwohner sind dagegen. Sie sehen ein dörfliches Kleinod gefährdet.

Die Bauerschaft Lochtrup seitlich der Rekener Straße in Lavesum wird nachverdichtet, aber mit Augenmaß. Bauen können nur gegenwärtige Eigentümer beziehungsweise deren Familienangehörige. Die Grünen mögen sich mit Veränderungen in Lochtrup gar nicht anfreunden. Sie sehen ein ökologisch wertvolles und ursprüngliches dörfliches Kleinod gefährdet, wie Anette Fleuster und Maaike Thomas mehrfach öffentlich betonten.

Ursprünglich hatte die Verwaltung in der Vorplanung 17 Baufelder ausgewiesen. Der Kreis als Obere Bauaufsichtbehörde lehnte das bereits im Mai 2017 ab. Eine Bebauung in diesem Umfang zerstöre die bäuerlich geprägte historische Kulturlandschaft. Der Kreis verweigerte die Zustimmung mit dem Hinweis, die Struktur in Lochtrup sei zu erhalten.

Anette Brachthäuser, bis November Baudezernentin von Haltern, entschuldigte sich am 22. November im Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt. Erst zu dieser Sitzung hatte die Verwaltung das Schreiben des Kreises und weitere Einwendungen während der Offenlage den Unterlagen zugefügt. Die Stadt habe mit dem Vorschlag von 17 Baufeldern den falschen Weg eingeschlagen, so Anette Brachthäuser. Die Verwaltung modifizierte deshalb die Außenbereichssatzung Lochtrup. Wer hier baut, muss mit einem erhöhten Untersuchungsaufwand rechnen, um sein Bauvorhaben rechtfertigen und realisieren zu können. "Gebäude dürfen ausschließlich für den Eigenbedarf des bisherigen Eigentümers oder seiner Familie genutzt werden", betonte Anette Brachthäuser. Jeder Einzelfall werde geprüft.

Die Planunterlagen werden auf einstimmigen Beschluss des Ausschusses in Kürze öffentlich ausgelegt. Die Grünen stimmten allerdings ausdrücklich nur für die Offenlegung. Sie sind weiterhin mit der Bebauung eines "landschaftlich reizvollen Freiraumes" nicht einverstanden.

Ralf Bürgers (CDU) aus Lavesum stellte sich auf die Seite der Bauwilligen. Nach Überarbeitung der Satzung mit Verzicht auf 17 Baufelder sehe er keine Bedenken. "Wir begrüßen außerordentlich die Möglichkeit für junge Familien, am Heimatort Wurzeln schlagen zu können", sagte er im Namen seiner Partei. Grundstücksspekulationen in diesem Bereich seien nicht möglich.

Unter den Anwohnern in Lochtrup herrscht allerdings kein Einvernehmen. Einige hatten während der ersten Auslegung der Pläne durchaus Bedenken gegen eine Bebauung geäußert. Es handele sich, so ein Lochtruper, um eine großzügige Angebotsplanung seitens der Stadt, die Begehrlichkeiten geweckt habe. Im Übrigen stehe die Planung dem Landschafts- und Naturschutz entgegen.

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