Zivilcourage

Junge Leute retten Mann und Hund aus dem Stausee

Ein Halterner wollte seinen Boxer vor dem Ertrinken im Stausee bewahren und geriet selbst in Not. Gut, dass drei Mitglieder eines Segelclubs das Geschehen beobachtet hatten.

Zivilcourage haben drei junge Männer am späten Sonntagabend auf dem Halterner Stausee bewiesen. Beherzt hatten sie sich ein Ruderboot geschnappt und einem etwa 24 Jahre alten Halterner, der im Wasser um Hilfe rief, und seinem Hund dadurch das Leben gerettet.

Es war 21.40 Uhr, als Freiwillige Feuerwehr und DLRG zum Wasserrettungseinsatz ausrückten. Wie ein Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr berichtete, hatte der junge Mann am Seestern gemeinsam mit anderen jungen Leuten und seinem Hund - einem Boxer - am Wasser gespielt. Wahrscheinlich war der Hund dann in den See gesprungen, um einen Stock oder Ähnliches zu apportieren. Dabei entfernte sich das Tier immer weiter vom Ufer und verlor offenbar die Orientierung. Der junge Besitzer des Hundes sprang in seiner Verzweiflung hinterher, um das Tier zu retten. Als er den Hund erreichte, waren beide derart erschöpft, dass der Mann um Hilfe rief. Ein Feuerwehrmann, der zufällig vor Ort war, alarmierte die Kameraden umgehend.

Ins Ruderboot gezogen

Aufmerksam auf das Geschehen wurden auch drei jugendliche Mitglieder des nahe liegenden Segelclubs Stevertalsperre. Geistesgegenwärtig griffen sie sich ein Ruderboot aus dem Clubhaus und eilten zu den beiden in Not Geratenen. Wie die Feuerwehr weiter berichtete, konnten die jungen Leute Herrchen und Hund rechtzeitig ins Boot ziehen und sicher ans Ufer des Westuferparks bringen, wo der Rettungsdienst sie versorgte. "Hund und Herrchen ging es zu dem Zeitpunkt schon wieder gut", berichtete ein Feuerwehrmann, der an dem Einsatz beteiligt war, seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Weil das Gelände wegen des hohen Zauns für das Rettungsfahrzeug schwer zugänglich war, brachte die herbeigeeilte DLRG die beiden zurück zum Anleger am Seestern.

Schock sitzt tief

Der etwa 24 Jahre alte Halterner und sein Boxer kamen mit dem Schock davon. Der allerdings sitzt tief: "Der junge Mann war vollkommen überrascht, wie sehr er sich überschätzt hatte und wie schnell ihn seine Kräfte im Wasser verließen", erklärte DLRG-Einsatzleiter Sebastian Höhnerhaus. "Er hatte Glück im Unglück." DLRG und Feuerwehr sind sich einig: Das hätte auch anders ausgehen können. Vor den drei jungen Segelclub-Mitgliedern ziehen sie den Hut: "Das ist echte Zivilcourage", so der Feuerwehrmann. Er warnte allerdings auch davor, in unbewachten Bereichen des Sees baden zu gehen. Auch die DLRG wies auf die Gefahren des Freigewässers hin.

Stadt möchte sich bei unbekannten Rettern bedanken

Die Namen der Retter waren übrigens nicht beim Segelclub Stevertalsperre in Erfahrung zu bringen. Das bedauert auch die Stadt Haltern sehr. Wie Sprecher Georg Bockey mitteilte, hätte man sich gerne persönlich für den couragierten Einsatz bedankt.

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