Kreativtag

Tag der offenen Tür im Künstlerhof Lavesum

LAVESUM - Das Substantiv „Kunst“ stammt vom Verb „können“ ab. Warum, das konnten die Besucher am Sonntag beim Tag der offenen Tür auf dem Künstlerhof Lavesum herausfinden. Denn dort gab es jede Menge Kreatives von Künstlern und Kunsthandwerkern zu sehen.

Denn dort gab es nicht nur jede Menge Kreativität, sondern auch reichlich handwerkliches Geschick zu sehen. Doch nicht nur Künstler, die dort ein Atelier betreiben, hatten Gelegenheit, sich und ihre Arbeiten vorzustellen: „Zum Tag der offenen Tür laden wir immer auch Künstler aus der Region ein“, erklärt Cornelia Kolve vom Künstlerhof.

Kreativer Prozess

Eine von den „Externen“ war auch die Bochumer Malerin Beata Glatthaar, die sogenanntes „Intuitives Malen“ betreibt und auch entsprechende Workshops – unter anderem in Lavesum – anbietet: „An dieser Kunstform ist aber weniger das Ergebnis als der eigentliche kreative Prozess das Wichtige.“

Natürlich gebe es aber einen „roten Faden“, an dem man sich entlang hangeln würde. Wichtig sei aber vor allem die Bereitschaft, sich zu öffnen und sich mit sich selbst auseinanderzusetzen: „Ich spreche gerne davon, dass das intuitive Malen praktisch ein Rendezvous mit sich selbst ist“, so die Künstlerin. Daher werde es auch bei verschiedenen Therapieformen eingesetzt.

Motivisch deutlich zielgerichteter arbeitet Cornelia Kolve selbst: „Mein Herz schlägt für Ölbilder mit klaren figürlichen Motiven“, betont sie das, was sich selbst dem weniger kompetenten Betrachter beinahe automatisch erschließt. Ihre Bilder haben überwiegend Menschen zum Thema. Dabei beschränkt sie sich nicht auf deren Darstellung in statischer Haltung, sondern bringt auch komplexe Bewegungsabläufe auf die Leinwand.

Drechslerwerkstatt

Deutlich mehr in Richtung Kunsthandwerk gehen die Arbeiten von Dr. Bernd Heßner und Rainer Kolve. Die beiden betreiben eine Drechslerwerkstatt auf dem Künstlerhof: „Vor allem stellen wir Teller, Schalen und Hängevasen aus Holz her“, so Heßner.

Das besondere an ihren Arbeiten ist, dass sämtliches Holz aus der Region stammt. „Wir verarbeiten alles, was wir so aus der Nachbarschaft bekommen, egal ob Eiche, Buche oder Kirsche.“ Und das kommt an bei den Besuchern. Irma und Heinrich Stegemann haben sich für zwei Hängevasen entschieden: „Im Sommer kann man sie für Blumen, im Winter für Kerzen nutzen“, erklären sie ihre Entscheidung.

Wer auf die ganz filigranen Details stand, fand in Maschinenbaumeister Heinz Rohlf den perfekten Gesprächspartner. Rohlf bietet zwar die meisten seiner Arbeiten zum Verkauf an, doch sein Meisterstück ist eine unverkäufliche Auftragsarbeit des Landes Nordrhein-Westfalen:

Der Nachbau eines Folterwerkzeuges aus dem 14. Jahrhundert mit einem hochkomplexen Verschlussmechanismus, den er in mehr als 200 Arbeitsstunden angefertigt hat, wird demnächst auf der Burg Kakesbeck bei Lüdinghausen ausgestellt.

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