Schacht wird noch benötigt

AV8: Erst mal kein Gewerbegebiet

LIPPRAMSDORF - Die Zeche Auguste Victoria und damit auch der Außen-Schacht 8 in Lippramsdorf sind seit Dezember 2015 stillgelegt. Halterns Politiker könnten sich nun auf dem Gelände an der Lippe gut ein Gewerbegebiet vorstellen. Doch daraus wird erst einmal nichts.

Wie Stephan Conrad von RAG Montan Immobilien auf Nachfrage mitteilte, wird die Deutsche Steinkohle den Standort in Lippramsdorf in direkter Nachbarschaft zu Burg Ostendorf noch mindestens zwei bis drei Jahre benötigen. Vielleicht gibt sie ihn auch überhaupt nicht auf. "Denn Schacht 8 kommt als potenzieller Standort für die künftige Wasserhaltung infrage", sagte dazu Stephan Conrad.

Zurzeit wird auf dem Zechengelände Verfüllmaterial für Schächte gelagert und für den Weitertransport "konfektioniert". Für die große Aufgabe der Zukunft, das Grubenwasser-Management, könnte das Lippramsdorfer Zechengelände danach eine wichtige Rolle einnehmen.

Pumpen im Einsatz

Rund 110 Millionen Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr muss die RAG langfristig in NRW und an der Saar fördern, um das Grundwasser zu schützen. Das ist eine Ewigkeitslast. Dafür werden Pumpstationen in Schächte eingebaut. Eine dieser Tauchpumpen könnte möglicherweise in Lippramsdorf in den Schacht eingebracht werden. Sowohl Förderturm als auch Gebäude bleiben deshalb vorerst stehen. "Wir haben keine Freigabe für den Rückbau", betonte Stephan Conrad.

Bevor überhaupt an eine Folgenutzung gedacht werden könne, müsse der Schacht aus der Bergaufsicht entlassen werden. Im Rahmenbetriebsplan war 1982 vereinbart worden, dass die Betriebsgenehmigung nur erteilt wird, wenn nach einer Stilllegung die komplette Fläche renaturiert wird. Die Stadt Haltern wünscht sich stattdessen einen zusätzlichen Gewerbestandort. Diese Nutzung würde gleichzeitig den weiteren Betrieb der Brecheranlage des benachbarten Bauunternehmens sichern. Bei einer Renaturierung müsste sie zurückgebaut werden.

"Große Hoffnung" auf Gewerbefläche

Im neuen Landesentwicklungsplan ist AV 8 als Gewerbefläche dargestellt. "Wir haben deshalb große Hoffnung, dass wir hier später Gewerbeflächen ausweisen können", sagte Baudezernentin Anette Brachthäuser am Donnerstagabend im Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt.

Die SPD hat dazu einen Antrag an den Rat formuliert: Sie möchte, dass eine Machbarkeitsstudie zur möglichen Nachfolgenutzung in Auftrag gegeben wird. Fraktionsvorsitzende Beate Pliete und Ratsmitglied Heinrich Wiengarten schreiben in ihrer Begründung: "Neben der Schließung der Zechen erleben wir leider den Wegfall weiterer Industriearbeitsplätze. Halterns gute Arbeitsmarktstatistik ist im Wesentlichen den hohen Auspendelquoten zu verdanken, gleichwohl wird jeder Arbeitsplatz gebraucht." Haltern sollte, so die SPD, die Entwicklung der eigenen Fläche nicht "verschlafen".

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