Aldi-Pläne an der "Blechecke"

Viele Einwände - und doch grünes Licht

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HERTEN-LANGENBOCHUM - Ablehnung auf der ganzen Linie erfuhr die Stadtverwaltung seitens der CDU, der Grünen und der Linken, als im Ausschuss für Arbeit, Stadtentwicklung und Umwelt das Thema „Aldi an der Blechecke“ zur Debatte stand. Auch die SPD äußerte Bedenken angesichts der Zufahrtssituation, sprach sich aber trotzdem für die Einleitung des Planungsverfahrens aus. Ratsherr Jürgen Steinert empfahl: „Da muss man kreative Ideen entwickeln.“

Wie unsere Zeitung am vergangenen Dienstag berichtete, soll auf dem Eckgrundstück Feldstraße/Westerholter Straße ein Aldi-Lebensmittelmarkt nebst Parkplatz mit 96 Stellplätzen entstehen. Dafür müssen mehrere tausend Quadratmeter – die letzte Grünfläche an der Kreuzung – bebaut werden. Die entwidmete evangelische Kirche inklusive Pfarrhaus und zahlreiche Bäume müssen weichen. Im Gegenzug soll der Aldi-Markt im Gewerbegebiet „Auf dem Hochstück“ geschlossen werden.

Silvia Godde (CDU) kann den Plänen, die Stadtplaner Ralf Terpoorten vorstellte, nichts Positives abgewinnen. Vor allem die Zufahrt zum Parkplatz an der Westerholter Straße sieht die Ratsfrau kritisch: „Die Verkehrssituation an der Blechecke ist eh schon gefährlich und auf dem Autobahnzubringer kommt es häufig zu Rückstaus“, gab sie zu bedenken. Auch den geplanten Zugang zur angrenzenden Kindertagesstätte Sonnenblume über den Aldi-Parkplatz findet sie bedenklich. „Der Eingang von der Feldstraße aus muss bleiben.“ Vor allem glaubt sie: „Mit einem Aldi an dieser Stelle gibt man dem Zentrum von Langenbochum den Rest.“

"Riesige Fläche wird versiegelt"

Hans-Gerd Henke (Grüne) schloss sich der Kritik an. „Hinzu kommt, dass hier eine weitere riesige Fläche versiegelt wird.“ Im Übrigen hätte er die Ansiedlung eines vollsortierten Supermarkts erwartet: „Warum denn noch ein Discounter?“

Stefan Springer (Die Linke) sieht die Notwendigkeit, die Menschen auf dem Paschenberg an die Nahversorgung anzuschließen. „Aber nicht so, wie das hier geplant ist. Die Kita wird völlig zugebaut.“ Zudem lehre die Erfahrung mit Lidl in Herten-Süd, dass es Verkehrsprobleme gebe, wenn ein Discounter in der Nähe einer Kreuzung stünde.

Baurat Christoph Heidenreich versicherte, dass die Kita-Leitung dem Projekt positiv gegenüberstehe. „Der Aldi-Neubau wird als Lärmschutz betrachtet.“ Auch Ralf Terpoorten bemühte sich, Bedenken zu zerstreuen. „Wir entscheiden zum jetzigen Zeitpunkt ja nur über die Einleitung des Verfahrens.“ Zunächst müsse nun ein Gutachter die Verkehrssituation und die Erschließung bewerten und dann im Ausschuss vorstellen.

In der Ratssitzung wird endgültig entscheiden. Die öfffentliche Sitzung ist am Mittwoch, 10. April, um 17 Uhr im Rathaus.

Rubriklistenbild: © Funke Grafik

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