Die ehemalige Zechenbahntrasse ist zwar noch nicht komplett als Rad- und Fußweg freigegeben, wird aber trotzdem schon rege genutzt.
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Die ehemalige Zechenbahntrasse ist zwar noch nicht komplett als Rad- und Fußweg freigegeben, wird aber trotzdem schon rege genutzt.

Auch ohne Freigabe

Ehemalige Zechenbahntrasse wird schon fleißig genutzt

  • vonMichael Richter
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HERTEN/RECKLINGHAUSEN - Offiziell ist der neue Radweg über die Zechenbahntrasse, der die drei ehemaligen Hertener Zechenstandorte mit der Halde Hoheward verbinden soll, noch nicht freigegeben. Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat daher Absperrgitter aufgestellt. Radler und Fußgänger können es aber nicht abwarten.

Und so haben die Bürger schon in Beschlag genommen, was wohl frühestens im Frühjahr in Gänze freigegeben wird. „Das zeigt das hochgradige Interesse am Radweg“, sagt Andreas Freese. Der Dorstener Landschaftsarchitekt ist für die Umsetzung der RVR-Pläne verantwortlich. Der Verband hatte 2012 die neun Kilometer lange Zechenbahntrasse von der RAG erworben, um einen Radwanderweg vom Bergwerk Westerholt im Nordwesten Hertens bis zur Halde Hoheward am Recklinghäuser Stadtrand zu errichten. Über den Damm ratterten einst mit Kohle beladene Züge. Abgebaut wurde das „schwarze Gold“ auf den stillgelegten Zechen Westerholt, Schlägel und Eisen und Ewald.

Zwei Bauabschnitte im mittleren Bereich sind schon asphaltiert. Auch alle Brücken sind von Rost befreit und Risse im Zement verfüllt worden. Was fehlt, sind die Feinarbeiten an den Enden der Strecke im Rahmen des dritten Bauabschnitts.

Daher ist auch die etwa zwei Kilometer lange Teilstrecke von Hochlar über die Hamm-Osterfelder-Bahn in Richtung Stuckenbusch bis zur Halde mit Gittern abgesperrt. „Wir müssen hier noch an den Rampen und Treppen Geländer anbringen“, erklärt Freese. Längst seien auch nicht alle Info-Schilder aufgestellt. An einigen Brückengeländern fehlen noch die LED-Lampen, die für eine indirekte Beleuchtung sorgen. Ab Herner Straße in Herten ist auch noch die Asphaltschicht aufzubringen.

Trotzdem zeigt Landschaftsarchitekt Freese Verständnis für voreilige Nutzer. „Alle Rampen als Zufahrt auf dem Teilstück sind ja schon fertiggestellt. Daher wird der Radweg auch schon so intensiv im Alltagsverkehr genutzt.“ Und das ist ja auch die verlockende Idee des RVR. Nicht nur Erholungsuchende sollen den Radweg nutzen. Die Strecke bietet eine Alternative für radelnde Berufspendler und Schüler. Sie können in Recklinghausen der viel befahrenen Friedrich-Ebert-Straße ausweichen.

Eigentlich sollte die gesamte Wegstrecke schon im Sommer 2014 fertig sein. Doch Abstimmungen mit Unternehmen, die die Trasse für Leitungen nutzen, verliefen langsamer als erwartet. Das 2013 gestartet Projekt geriet in Verzug (wir berichten). Schutzabstände mussten eingehalten werden. So transportiert Infracor in einer unterirdischen Leitung Wasserstoff. „Es war schon schwierig, alle Leitungsträger unter einen Hut zu bringen“, erklärt der Landschaftsplaner.

Freese ist jedoch guter Dinge, dass definitiv im Sommer die komplette Strecke freigegeben ist. „Wenn alles gutgeht, werden die Absperrungen im Frühjahr verschwinden.“

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