Linke ruft zum Protest auf

Copa-Pläne stoßen auf geteiltes Echo

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HERTEN - Wie berichtet, werden von September 2019 bis Mai 2020 im Freibad die große Rutsche, das dazugehörige Becken (400 m2), das benachbarte Kinderbecken (400 m2) und der Baby-Bereich zurückgebaut. An ihrer Stelle entsteht eine Familienlandschaft mit einem kleineren flachen Becken (100 m2), Wasserspielplatz und Picknick-Zone. Dieser Plan stößt auf Widerstand.

Der Aufsichtsrat der Hertener Stadtwerke, in dem alle Ratsfraktionen mit Ausnahme der Linken vertreten sind, hat dem Projekt einhellig zugestimmt. Martina Ruhardt, Fraktionsvorsitzende der Linken, beklagte nun in der jüngsten Ratssitzung, dass ihre Partei und auch die Öffentlichkeit über die jahrelangen Planungen nicht informiert wurden. In der Sache hält Martina Ruhardt insbesondere den Wegfall der Rutsche für falsch: „Das Herzstück eines jeden Freibades ist die Rutsche!“ Sie hoffe, dass sich in der Öffentlichkeit „großer Protest regt, damit die Stadtwerke ihre Pläne noch einmal überdenken.“

Wie berichtet, würde eine neue Freibad-Rutsche etwa 800.000 Euro kosten. Sie wäre an etwa hundert Öffnungstagen im Jahr nutzbar. Die Stadtwerke wollen für dieses Geld lieber eine große, ganzjährig nutzbare Rutsche drinnen im Freizeitbad bauen.

"Die Belastungsgrenze der Stadtwerke ist erreicht"

Diese Schwerpunkt-Verlagerung unterstützt auch Stefan Grave, Fraktionsvorsitzender der CDU und stellvertretender Vorsitzender des Stadtwerke-Aufsichtsrates: „Mit 13 Millionen Euro ist die Belastungsgrenze der Stadtwerke erreicht.“ Bekanntlich sind für die gesamte Sanierungsmaßnahme im Copa – inklusive Risikopuffer – 12,8 Millionen Euro eingeplant. Zusätzliches Geld, etwa für eine neue Freibad-Rutsche, steht nicht zur Verfügung. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Bugzel betont, dass ein „Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Attraktivität nötig“ sei.

Was meinen Sie, liebe Leserinnen und Leser? Keine Rutsche draußen, dafür eine große neue Rutsche drinnen – was meinen Sie dazu? Schreiben Sie uns an lesermeinung@medienhaus-bauer.de oder per Post.

FDP-Ratsherr Joachim Jürgens erinnert daran, dass das Copa – wie die allermeisten Schwimmbäder – rote Zahlen schreibt, also ein Zuschussgeschäft ist, dass sich die Stadt Herten nicht leisten könnte. Jürgens: „Ohne die Hertener Stadtwerke hätten wir gar kein Copa Ca Backum.“

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