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Duo ist angeklagt

Noch kein Urteil im Machetenprozess

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HERTEN - Im Prozess um eine blutige Macheten-Attacke in einem Hochhaus an der Schützenstraße müssen die Angeklagten keine Verurteilung wegen versuchten Totschlags mehr fürchten. Das Bochumer Schwurgericht entließ das Duo am Dienstag (11.9.) aus der Untersuchungshaft – begleitet von tosendem Applaus im Zuschauerbereich.

Während die Männer auf der Anklagebank und ihre Verteidiger Siegmund Benecken sowie André Wallmüller die Haftentlassung mit zufriedenen Mienen quittierten, mussten die Zuschauer „nachsitzen“. Der Vorsitzende Richter hatte wegen der Ruhestörung die Wachtmeister angewiesen, zwecks eines möglichen Ordnungsgeld-Erlasses die Personalien aller Zuschauer zu notieren.

Anlass für die Haftentlassung des Duos (25/27) aus Herne und Recklinghausen war, dass die Richter nach vorläufigem Stand der Beweisaufnahme nicht mehr von einem Tötungsvorsatz ausgehen.

Die beiden Angeklagten hatten zum Prozessauftakt bereits zugegeben, am 3. März mit einer Machete und einem Schlagstock bewaffnet zu dem Hochhaus an der Schützenstraße in Herten gefahren zu sein. Anlass war ein vorheriger Streit eines dortigen Anwohners mit der Verlobten des 27-Jährigen aus Recklinghausen.

Gefährliche Körperverletzung

Beide Angeklagten hatten eine Tötungsabsicht allerdings vehement abgestritten und betont, dass es nur um das Einfordern einer Entschuldigung gehen sollte. Dann sei der Streit mit dem späteren Opfer aus Herten im Flur der 7. Etage völlig eskaliert. Die Waffen seien nur mitgenommen worden, weil man sich gegen einen möglichen Angriff durch den Kampfhund des späteren Opfers wappnen wollte.

Nach der Haft-Entlassung läuft nun alles auf eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung hinaus. Als Zeichen der Entschuldigung und Wiedergutmachung waren schon beim Prozessauftakt 3000 Euro Schmerzensgeld in bar an den Opferanwalt übergeben worden. Der Prozess wird fortgesetzt.

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